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SDW Dormagen: Eine neue Flatterulme steht nun in Straberg

SDW Dormagen : Eine neue Flatterulme steht nun in Straberg

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald pflanzt den Baum des Jahres.

Es war seine erste Amtshandlung als neuer Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Dormagen: Bernd Dehm „pflanzte“ in Straberg den Baum des Jahres drei Tage nach seiner einstimmigen Wahl zum neuen SDW-Chef. Zu seinem Glück musste er den neuen Baum, eine Flatterulme, nicht allein fachmännisch in die Erde versenken, sondern „nur“ begießen. Das Pflanzen hatten die Technischen Betriebe Dormagen bereits für ihn erledigt. Die Aussicht auf das Begießen erschien dem 61-Jährigen „durchaus machbar“, wie er im Vorfeld sagte.

Seit 1989 wird jährlich ein „Baum des Jahres“ ernannt. Mit der Flatterulme hat das Kuratorium der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eine seltene Baumart gekürt. Der 31. Baum des Jahres, mit lateinischem Namen „Ulmus laevis“ kommt vor allem in Auwäldern und auf Grundwasserböden vor. „Dank ihrer Brettwurzeln – bei einheimischen Baumarten eine Seltenheit –  kann sie sich auf die dort herrschenden Bodenverhältnisse einstellen und kann so lange Überflutungen ertragen“, so die SDW: „Die Flatterulme hält auch das trockenwarme Stadtklima gut aus. Und sie ist recht tolerant gegenüber Luftverschmutzung, Streusalz und Bodenverdichtung.“ Flatterulmen haben eine ausgezogene Blattspitze und sind am Blattgrund stark asymetrisch. Die größeren Zähne des doppelgesägten Blattrandes sind stark zur Blattspitze hin gekrümmt. Wenn sie noch vor dem Blattaustrieb blüht und während des Blattaustriebs fruchtet, ist sie gut zu erkennen, so die SDW: „Denn die in Büscheln an den Zweigen hängenden Blüten und Früchte sitzen auf dünnen, bis zu vier Zentimeter langen Stielen und flattern im Wind. Dieser Eigenart verdankt die Flatterulme Ihren Namen.“

Die jeweilige Baumart des Jahres wird rund um den „Tag des Baumes“ am 25. April gepflanzt und „angegossen“. Der erste Tag des Baumes geht auf eine Pflanzaktion 1952 von Bundespräsident Theodor Heuss und Bundesinnenminister Robert Lehr, Präsident der SDW, im Bonner Hofgarten zurück. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wurde im November 1947 auf Initiative der Bundesländer gegründet.

Bereits 1955 wurde die Ortsgruppe Dormagen ins Leben gerufen. Sogleich begann in intensiver Zusammenarbeit mit der Stadt Dormagen der Auf- und Ausbau des Naherholungsgebietes Tannenbusch. „Da war viel anzupflanzen, da war viel zu unternehmen, um ein ökologisches Gleichgewicht zu erzielen“, wie die SDW Dormagen auf Nistkästen, Ameisenvölker und andere Projekte verweist. Es entstanden der Tierpark, dessen Tiere immer noch der SDW gehören, das naturkundliche Museum, ein Schulungsraum, der Geopark und der inzwischen neu gestaltete Naturerlebnispfad.