Grevenbroich: Mit dem Fahrrad zum Werwolf-Wanderweg in Kaster

NGZ-Radserie : Mit dem Rad zum Werwolf-Wanderweg

Im 16. Jahrhundert wurde ein Epprather Bauer hingerichtet, weil er als mystisches Wesen galt. Ein Spaziergang vermittelt seine Geschichte. Der Weg dorthin führt durch schöne Landschaften und einen mittelalterlichen Ort.

Der Mai steht vor der Tür. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, die eingestaubten Fahrräder fit für die Saison zu machen. Für die erste Tour möchten wir Ihnen in Zusammenarbeit mit dem ADFC einen Vorschlag unterbreiten. Folgen Sie der Erftlandschaft in das mittelalterliche Städtchen Kaster und wagen Sie einen Abstecher auf den Werwolf-Weg. Sie werden mit schöner Natur und interessanter Architektur entlohnt. Und ein wenig gruseln können Sie sich auch.

Start- und Endpunkt für die 32 Kilometer lange Route ist Grevenbroich. Wem der Weg zu mühsam erscheint, der kommt mit Rad und Regionalbahn nach Bedburg. So lässt sich zumindest eine Strecke einsparen. Für alle anderen geht es vom Alten Rathaus aus am Schloss vorbei an die Erft. Zur Orientierung dienen auf der Strecke die Knotenpunkte des Rhein-Kreises. Diese weißen Punkte auf rotem Grund stehen auf Radwegweisern. In Grevenbroich passieren sie Knotenpunkt 6.

Der Radweg verläuft nahe der Wassermühle in Gustorf. Foto: Dieter Staniek

Der Erftradweg verläuft weiter nach Gustorf. Sie begeben sich vorbei an der Gustorfer Mühle, die bereits 1335 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Nach einer umfangreichen Sanierung ist sie heute ein Wohn- und Geschäftshaus. Über die Knotenpunkte 25 und 29 passieren Sie Frimmersdorf, den Golfplatz Erftaue und das Windkraftanlagen-Testfeld auf der Neurather Höhe. Über Bedburg und den Knotenpunkt 15 geht es zum Etappenziel Kaster.

Der Bedburger Ortsteil lädt mit seiner mittelalterlichen Bausubstanz, seinen Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Hier können Sie sich für den rund zehn Kilometer langen Werwolf-Wanderweg stärken. Er folgt den Spuren des Hirten Peter Stump. Der lebte als Einzelgänger im 16. Jahrhundert in Epprath und galt als Werwolf. So die Legende. Ihm wurden Mord, Vergewaltigung und Inzest vorgeworfen. 1589 wurde er für seine angeblichen Taten langsam und qualvoll hingerichtet. Der Weg folgt seiner Lebens- und Sterbensgeschichte durch Bedburg und Umgebung.

Der Ortsteil von Bedburg lockt nicht nur mit sehenswerter Architektur. Auch Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein. Foto: Dieter Staniek

Wer sich genug gegruselt hat, steigt wieder auf sein Rad und begibt sich auf den Rückweg. Über Bedburg und die Knotenpunkte 16 und 75 geht es am Kraftwerk Neurath vorbei. Nicht weit davon stehen große Gewächshäuser, die in mancher Nacht Ausgangspunkt für das weithin zu sehende  „Tomatenglühen“ mit seinen roten Schwaden waren. Grund dafür sind LED-Leuchten in den Gewächshäusern. Sind die Verdunkelungsvorhänge dort nicht geschlossen, entsteht ein besonderes Kulturschauspiel.

Das Stadttor von Kaster begrüßt die Besucher. Foto: Dieter Staniek
Foto: RP/Podtschaske , Alicia

Über die Felder zwischen Allrath und der Vollrather Höhe geht es Richtung Innenstadt. Die Knotenpunkte 32, 69 und 68 weisen den Weg. Wer sich den vollen 32 Rad- und zehn Wanderkilometern gestellt hat, sollte sich jetzt ein wenig Erholung gönnen und den Tag entspannt ausklingen lassen.

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