Dormagen: Neue Tagesstätte an der Kästner-Schule

Dormagen : Neue Tagesstätte an der Kästner-Schule

Der Jugendhilfeausschuss hat den Bau an der Haberlandstraße beschlossen. Die sechsgruppige Einrichtung für etwa 100 Kinder wird der geplanten Erweiterung der benachbarten Erich-Kästner-Grundschule nicht im Wege stehen.

Schlägt Dormagen dem demografischen Wandel ein Schnippchen? Es hat fast den Anschein. Denn während andernorts vor allem von der alternden Gesellschaft die Rede ist, gehört in der Chemiestadt die Schaffung neuer Betreuungsplätze für die allerjüngsten Bürger zu den dominierenden Herausforderungen. Denn die Nachrage ist sehr groß.

Politik und Verwaltung sind bei ihren Bemühungen um dieses Thema nun einen bedeutenden Schritt weitergekommen: Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung die Errichtung einer neuen Kindertagesstätte für das sogenannte Versorgungsgebiet 1 (Mitte/Rheinfeld/Horrem) auf einem städtischen Gelände an der Haberlandstraße (nahe Erich-Kästner-Grundschule) beschlossen. In dem Neubau sollen sechs Gruppen untergebracht werden. Die Kosten für den Bau und die Herrichtung des Außengeländes übernimmt der Eigenbetrieb Dormagen. Im Stadt-Etat 2019 sollen zudem 510.000 Euro für Innenausstattung und Spielgeräte bereit gestellt werden.

Vorgesehen sind an der Haberlandstraße Plätze für insgesamt etwa 100 Kinder. Der Löwenanteil mit circa 60 Prozent ist für Jungen und Mädchen über drei Jahre vorgesehen; ungefähr 40 Prozent sollen an Familien mit Kindern unter drei Jahren vergeben werden. "Wie bereits in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses dargelegt, kommen zu den bereits jetzt fehlenden Plätzen vor allem für Kinder U3 im kommenden Kita-Jahr im Versorgungsgebiet Mitte/Rheinfeld/ Horrem weitere 78 Plätze hinzu", hatte Dormagens Erster Beigeordneter Robert Krumbein die Politiker vor der Beschlussfassung in einer Beratungsunterlage informiert.

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Dieser Bedarf entspreche je nach Gruppenstruktur bereits einem Volumen von acht bis zehn neuen Gruppen und verdeutliche die Dringlichkeit und Auslastung der geplanten neuen Kindertagesstätte an der Haberlandstraße. Wenn die fertig ist - Stand jetzt soll das im Sommer des nächsten Jahres der Fall sein - ist das Ende der Fahnenstange folglich noch längst nicht erreicht. Heißt: Der Bedarf ist auch dann noch nicht gedeckt.

Und weil bis etwa 2020 nach und nach kleinere Neubaugebiete in Dormagen-Mitte mit rund 110 Wohneinheiten fertig und von Familien bezogen werden und danach auch noch größere an der Beethovenstraße (440 Wohneinheiten) und nördlich der Rubensstraße (375 bis 525 Wohneinheiten) folgen werden, rechnet die Stadt bis 2021/2022 mit einem Bedarf von rund 180 Betreuungsplätzen insgesamt. Aus diesem Grund soll auch im Malerviertel III eine neue Kindertagesstätte entstehen. Sie soll 85 Plätze, aufgeteilt in fünf Gruppen, anbieten können.

Vor der Beschlussfassung zum Neubau an der Haberlandstraße war nicht klar gewesen, ob sich der nicht negativ auf andere Bauvorhaben in der Nachbarschaft auswirken könnte. Denn die Erich-Kästner-Grundschule nebenan muss auch erweitert werden. Dem steht aber nichts im Wege, wie die Prüfung eines durch den Eigenbetrieb Dormagen beauftragten Architekturbüros ergeben hat.

Die Grundschule kann demnach durch Aufstockung des Gebäudes mehr Platz bekommen. Durch die ebenfalls geplante Erweiterung der Sporthalle in dem Bereich geht zwar eine Laufbahn verloren. Die kann aber nach dem Abriss der alten Sporthalle auf deren Fläche ersetzt werden.

(ssc)
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