Dormagen: Werhahns Sopran überzeugte

Dormagen : Werhahns Sopran überzeugte

Junge Sängerin gestaltete mit Bert Schmitz Pfingstkonzert an St.Pankratius.

Qualität trotz finanzieller Engpässe: Das galt auch am Pfingstsonntag wieder für die Konzertreihe an St. Pankratius Nievenheim. Zu Gast war Johanna Werhahn (27), die einen überzeugenden Auftritt absolvierte. Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter der Reihe, Bert Schmitz, gestaltete die in Dormagen geborene Mezzosopranistin einen anregenden Musiknachmittag.

Die Sängerin aus einer bekannten Neusser Familie besitzt bereits nach dem Studium an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf Opernerfahrung, aktuell ist sie als Gast am Musiktheater Krefeld-Mönchengladbach. In Nievenheim sang sie bekannteste Arien, etwa aus Johann Sebastian Bachs "Weihnachtsoratorium", Georg Friedrich Händels "Messias" oder dem Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ihr runder, kräftiger Sopran mit beachtlicher Alttiefe machte aber auch mit der wunderbaren Arie "Ich sah eine neue Stadt, das neue Jerusalem" aus einer Kantate des Remscheider evangelischen Kirchenmusikers Johannes Geßner (35) bekannt. Bert Schmitz begleitete sicher zumeist an einem kleinen Orgelpositiv im Altarraum und bereicherte das Programm mit pfingstlichen Orgelsolowerken. Weil nach Abschluss des Konzertes kein Zuhörer gehen wollte, gab es aus "Elias" die Wiederholung der Arie "Sei stille dem Herrn".

Die Konzertreihe an St. Pankratius ist seit langem etabliert. Nachdem die Wallfahrtskirche in Nievenheim 1999 mit dem Einbau der hoch attraktiven Sauer-Orgel auch kirchenmusikalisch aufgewertet wurde, gründete sich 2001 der Förderverein für konzertante Kirchenmusik "Im Schatten von St. Pankratius". Ziel war es, in hochkarätigen Konzerten rund um das Instrument kulturellen Zugewinn für Dormagen und Umgebung zu schaffen. Bald hatte sich eine feste Zuhörergemeinde etabliert, die sich zwischen 80 und 120 Besuchern eingependelt hat. Der Eintritt ist stets frei, es wird aber um Spenden gebeten. "Wir empfehlen einen Betrag von acht Euro", sagt der Vorsitzende des Fördervereins Heinrich Pesch, "aber die wenigsten Besucher machen das mit." Dadurch gerät der Förderverein in eine finanzielle Schieflage, die aber auf die Fortsetzung der Konzertreihe keinen Einfluss hat. Das ist auch Bert Schmitz zu danken, der sich ohne Honorar engagiert und vor ungewöhnlichen Formaten nicht zurückschreckt. So ist für 30. September ein "kriminelles Orgelkonzert" für Kinder, Eltern und Großeltern geplant.

(nima)
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