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Leibniz-Schüler in Dormagen entwickeln Hilfe für perfektes Lüften

Leibniz-Gymnasium Dormagen : Schüler entwickeln Hilfe für perfektes Lüften

Ob im Büro, in der Schule oder Zuhause – im Thema richtiges Lüften steckt Streitpotenzial. Was ist richtiges lüften und wie lange sollte es dauern? Eine Antwort darauf können Schüler des Physik-Kurses des Leibniz-Gymnasiums geben.

Dem einen ist es schnell zu kalt, dem anderen kann das Lüften nicht lange genug dauern. Letztlich geht es aber um die zentrale Frage: Was ist richtiges lüften und wie lange sollte es dauern? Eine Antwort darauf können Schüler des Physik-Kurses des Leibniz-Gymnasiums geben. Die Schüler der Q1-Stufe, die im nächsten Schuljahr ihr Abitur machen, nehmen mit diesem Thema an einem Wettbewerb von innogy teil, der ehemaligen Tochter des Energie-Riesen RWE und heutigem Teil von E.ON. Unter der Überschrift „Smartes Lüften“ arbeiten sie im Unterricht an einer Erfindung für ein perfektes Lüften eines Raums.

Mit ihrer Idee haben sie sich mit Erfolg für die Teilnahme an dem Energiespar-Wettbewerb von innogy beworben und schon 500 Euro Fördergeld erhalten, um das Projekt umsetzen zu können. Physiklehrer Jörn Schneider erzählt, um was es genau geht: „Die Anregung kam von einem Schüler aus einem letztjährigen Wettbewerb. Diese habe ich jetzt aufgegriffen, damit die Schüler in dem theoretischen Unterricht auch etwas Praktisches machen können.“ Nämlich ein Gadget entwickeln bzw. eine kleine, sehr flache Platine so zu konstruieren, dass sie die Steuerung der Raumluft übernimmt. Schneider: „Man geht von einer üblichen Differenz von zehn Grad zwischen Außentemperatur und der in einem Raum aus. Für einen Frischluftaustausch sind fünf Minuten ideal, ohne dass es dabei zu einem Auskühlen des Raumes kommt.“ Wird viel länger gelüftet oder ist die Temperatur-Differenz viel größer, erkaltet der Raum. Weil: „Die Wände, oder aber auch Tische oder andere Gegenstände speichern die Wärme. Wird zu lange gelüftet, entweicht diese Wärme und es benötigt zu viel Energie, um die Wände wieder aufzuheizen.“ Ebenso ist ein langes Lüften mit auf Kipp stehenden Fenstern schlecht, weil es so keinen Luftaustausch gibt.

Die Platine wird jetzt so konstruiert, dass sie – auf fünf Minuten programmiert – einen Ton abgibt, wenn die Zeit und damit die korrekte Lüftungsdauer abgelaufen ist.  Der Clou: „Wenn die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen größer ist, passt die Platine die Lüftungszeit selbständig nach unten an.“ Botschaft: Genug gelüftet, bitte Fenster wieder schließen. Bei den Schülern kommt das Projekt gut an: „Das ist etwas, was einem ganz praktisch im Alltag hilft, daher finde ich ein solches Projekt auch sehr gut“, sagt Hedda Florian. Vielleicht ist die Idee sogar markttauglich, „eine Vermarktung will ich nicht ausschließen“, sagt Jörn Schneider. Die Kosten dafür dürften bei etwa zehn Euro pro Stück liegen, glaubt der Pädagoge. Klaus D. Schumilas