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Dormagen: Hotelmord: Dormagener schweigt

Dormagen : Hotelmord: Dormagener schweigt

Unter großem Interesse der Öffentlichkeit hat gestern am Düsseldorfer Landgericht der Prozess gegen Arif-Yavuz D. aus Dormagen begonnen. Der 41-jährige Geschäftsmann muss sich wegen Totschlags verantworten.

Er soll im Januar eine 25-jährige Prostituierte in einem Luxushotel im Düsseldorfer Medienhafen erstochen haben.

Foto: Hans-Jürgen Bauer

Zum Prozessauftakt wollte sich der Dormagener weder zu den Tatvorwürfen noch zu seinem Lebenslauf äußern. "Mein Mandant wird vorerst in vollem Umfang schweigen", erklärte Verteidiger Andreas Kerkhof.

Der Rechtsanwalt aus Köln, der bereits zahlreiche Auftritte in RTL-Gerichtsshows hatte, vertritt den Angeklagten aus Dormagen gemeinsam mit Anwältin Tanja Kretschmar. Beide hatten erst vor wenigen Wochen das Mandat übernommen — von seinen ersten beiden Verteidigern hatte sich Arif-Yavuz D. wegen angeblich "gestörter Vertrauensverhältnisse" getrennt.

Der 41-Jährige, der im schwarzen Anzug mit schwarzem Hemd erschienen war, wirkte gefasst. Immer wieder suchte er Blickkontakt zu Familienangehörigen im Publikum. Ohne Geständnis des Angeklagten will Staatsanwalt Christoph Kumpa nun versuchen, ihn durch Zeugenaussagen und Indizien zu überführen.Die Ermittler glauben, dass es in der Suite in der Tatnacht einen Streit um Geld gegeben hat.

"Der Angeklagte aus Dormagen hatte sich offenbar in das spätere Opfer verliebt." Er habe der Frau viel Geld in Aussicht gestellt, um sie aus dem Milieu herausholen zu können. Geld, das der 41-Jährige nicht hatte. In der Tatnacht sei die Situation eskaliert, so Kumpa: "Vermutlich hat die Frau herausbekommen, dass der Angeklagte zuletzt von Hartz IV gelebt hat." Cristina B. wurde mit 18 Messerstichen getötet. Bilder vom Tatort wurden zum Prozessauftakt im Gerichtssaal gezeigt, große Teile der Suite waren voller Blut, die Leiche lag im Badezimmer und war hier am Tag nach dem Verbrechen von einem Zimmermädchen entdeckt worden.

Das Gericht hat bis September 20 Verhandlungstage terminiert. Heute sollen die nächsten Zeugen gehört werden, darunter eine Bordellbetreiberin. Sollte der frühere Abiturient des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums verurteilt werden, drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

(mape)