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Polizei sucht Freund des Opfers: Mord im Hotel: Täter im Ausland?

Polizei sucht Freund des Opfers : Mord im Hotel: Täter im Ausland?

Die Kripo ist sehr sicher: Beweise und Spuren sprechen dafür, dass der Freund der 25-jährigen Prostituierten seine Freundin im Hafen-Hotel umbrachte. Noch ist der Mann (42) abgetaucht, der per E-Mail seine Unschuld beteuerte. Aber daran gibt es erhebliche Zweifel. Die Fahndung läuft.

Der 42-jährige Arif Yavuz D. bleibt weiter abgetaucht. Mit einer E-Mail hatte er am Sonntag beteuert, nichts mit dem gewaltsamen Tod seiner 25-jährigen Freundin Cristina Tunde B. zu tun zu haben, die er angeblich leblos und erstochen im Zimmer des Radisson-Hotels im Hafen gefunden haben will, als er aus der Sauna kam. In Panik habe er daraufhin das Hotel verlassen, weil er sicher gewesen sei, verdächtigt zu werden und nun nicht wisse, was er tun soll.

Nach wie vor bezweifelt Staatsanwalt Christoph Kumpa diese Aussage. Und er glaubt auch nicht, dass D. nicht weiß, was er tun soll. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Mann sich in die Türkei abgesetzt hat, und in der Gegend Unterschlupf sucht, wo er geboren wurde und aufgewachsen ist, bevor er nach Deutschland kam. Inzwischen hat er einen deutschen Pass.

Kumpa erklärte gestern, die Beweislage sei eindeutig, und die Spuren im Zimmer sprächen nicht für die Darstellung des Flüchtigen, wonach er mit dem wahren Täter im Zimmer gekämpft habe und dabei verletzt worden sei. Kumpa: "Wir haben eindeutige Beweise, die die Darstellung des Verdächtigen widerlegen." D. ist inzwischen auch "Beschuldigter", gegen ihn wurde ein Haftbefehl erlassen. Ob er sich, wie angekündigt, wirklich stellen wird, war bis gestern abend offen.

Angeblich gibt es Kontakt zu der Familie des Verdächtigen, der selbst in Dormagen lebte, aber auch Verwandte in Monheim hat. Ob die Familie auf den Mann einwirkt, sich zu stellen, wurde nicht bestätigt.

Die Polizei hat außerdem bestätigt, dass D. in seiner Mail die Lebensumstände von sich und seiner Freundin wohl der Wahrheit entsprechend beschrieben hat. Die Frau, die aus Rumänien stammt und immer noch einen rumänischen Pass hat, arbeitete zuletzt als "freiberufliche" Prostituierte, war mitunter aber wohl auch in einem edlen Bordell (das unter dem Titel "Escort-Service" firmierte) in Derendorf tätig.

Angeblich wollte sie dieses Leben aufgeben, um mit D. in ihrer Heimat ein neues Leben zu beginnen. Geld war bereits angespart, der Flug in die Heimat zurück, gebucht. Ob es dann über diese womöglich wieder über Bord geworfenen Pläne zum Streit des Paares kam, ist noch zu klären. Jedenfalls gehen die Experten der Kripo derzeit davon aus, dass es sich um eine Beziehungstat handelt — offenbar gibt es dazu eindeutige Hinweise.

D. selbst ist der Polizei nicht gänzlich unbekannt: Er ist in der Vergangenheit mehrfach durch "kleinere Betrügereien" aufgefallen, aber nicht durch Gewalt-Kriminalität.

Die Frau war nackt in dem Zimmer gefunden worden, das die beiden für einige Tage gebucht hatten. Der Körper wies mehrere Stichverletzungen auf, ein mögliches Tatwerkzeug wurde in der kleinen Suite gefunden, hieß es gestern bei der Kripo.

Auszüge aus dem Brief, den der Verdächtige den Medien schickte, finden Sie hier.

(RP/jco)