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Dormagen: Chris Howlands Tonstudio

Dormagen : Chris Howlands Tonstudio

Der Sänger und Entertainer Chris Howland hat sein Tonstudio dem Internationalen Phono- und Radiomuseum in Dormagen geschenkt. Dort wird es zurzeit aufgebaut. Am 22. September singt Chris Howland in Dormagen.

Schlagermusik hallt durch das Museum, dazu schraubt ein Mitarbeiter an der Rückseite des Mischpultes herum. Zwei Plattenspieler und zwei Tonbandanlagen lassen sich bereits drehen und über das Mischpult steuern. Im Internationalen Phono- und Radiomuseum Dormagen wird zurzeit das Tonstudio wieder aufgebaut, das von Ende 1986 an bis vor einer Woche dem Sänger und Entertainer Chris Howland gehörte.

Der in London geborene 83-Jährige hat seine Anlage dem Dormagener Musikmuseum geschenkt.

Volkmar Hess und Helmut Dietsch, die Betreiber des Museums, sind glücklich über ihren prominenten Neuzugang: "Das ist lebendige Musikgeschichte", sagt Volkmar Hess, der sich noch gut daran erinnern kann, dass er mit der Musik von Chris Howland aufgewachsen ist.

Nun wird das selbstfahrende Tonstudio vorführbereit aufgebaut, so dass sich der bisherige Eigentümer spätestens Ende September selbst davon überzeugen kann, dass es eine gute Heimat gefunden hat. Denn am 22. September kommt Chris Howland nach Dormagen, um am Eröffnungsabend der vierten "Musica Nostalgica"-Börse im Bürgerhaus Horrem, bei der es besonders um die 50er Jahre geht, ab 19.30 Uhr im Phonomuseum zu singen. Dann wird auch Kämmerer Kai Uffelmann die "Nostalgica" eröffnen.

Dass Chris Howland nicht nur durch seine Karl-May-Filme, bei denen er unvergleichlich komisch Butler Archie gab, sondern vor allem durch seine Musik und seine launigen Moderationen bei "Musik aus Studio B" in Deutschland bekanntgeworden ist, macht ihn zum "perfekten Kandidaten" für das Musikmuseum. Das meint auch Volkmar Hess: "Chris Howland verbindet man mit der WDR-Sendung ,Spielereien mit Schallplatten' — und hier gibt es davon jede Menge."

Mit einer Schenkungsurkunde hat Chris Howland am 9. Juli die Übergabe des Tonstudios besiegelt. Zu viert bauten die Dormagener die Technik dann ab und transportierten sie von Rösrath nach Dormagen. Dazu mussten mehr als 100 Stecker beschriftet und nummeriert werden, damit das Studio wieder genauso wie beim Sänger zu Hause entsteht. Fast schon ehrfürchtig steht Volkmar Hess vor der Tonbandmaschine der Marke Revox und sagt: "Damit erfüllt sich ein Traum. Als Schlosserlehrling konnte ich mir kein Revox leisten — jetzt steht es hier im Museum." Dort sollen die Original-Chris-Howland-Akustik-Stoffe für die Dämmung an den Wänden sorgen. In der Decke sind bereits die Schienen angebracht, die Vorhänge werden bald dort aufgehängt. So wird Chris Howland am 22. September sein Studio auch wiedererkennen, wenn er an der Bahnhofstraße 2—4 singt.

(NGZ/rl)