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Dormagen: Klosterkirche wird Baustelle

Dormagen : Klosterkirche wird Baustelle

Ab Oktober wird der Innenraum der Basilika Knechtsteden saniert. Dann sind nur im Altarraum Gottesdienste möglich. Im zweiten Abschnitt werden ab Februar die Messen "verkehrt herum" mit Blick zur Westapsis gefeiert.

Zwar bröckelt der Putz noch nicht auf die Besucher der Klosterbasilika Knechtsteden herunter, trotzdem bedarf die Innenwand einer gründlichen Reinigung und Sanierung, bei der Schimmel und andere Mängel beseitigt und ein neuer Anstrich angebracht werden soll. Um die Substanz der Klosterkirche zu erhalten, wird ab Oktober in der gesamten Kirche, die weit über Dormagen hinaus große Anziehungskraft ausstrahlt, ein Gerüst hochgezogen.

Der Zeitpunkt nach der Marienwallfahrt und dem Festival Alte Musik Knechtsteden im September ist bewusst gewählt, wie Pater Hermann-Josef Reetz, Rektor der Basilika, erläutert: "Im Advent müssen die Arbeiten im Langhaus beendet sein." Mit dieser Forderung hat sich Pater Reetz gegen Überlegungen "durchzuarbeiten" durchgesetzt. "Als Vorbereitungszeit auf Weihnachten müssen im Advent Gottesdienste stattfinden können, und die Basilika muss zugänglich sein", betont Reetz. So wird die Sanierung in zwei Abschnitte geteilt.

Zunächst wird im Oktober/November das Langhaus bis zum ersten Jochbogen vor dem Altar, wo eine Staubschutzwand eingezogen wird, saniert. In dieser Zeit ist die Basilika nur zu den Gottesdiensten geöffnet, die im Altarraum und dem Querhaus abgehalten werden. Dort ist dann nur Platz für zwei Bankreihen. Mit der Sanierung wird die Trockenlegung der Südfassade abgeschlossen, diese Wand wurde vor zwei Jahren nur grob verputzt.

Im zweiten Bauabschnitt ab Februar 2013, wenn das Langhaus wieder hergestellt ist, werden die Messen "verkehrt herum" gefeiert, wie Pater Reetz erklärt: "Dann können sich die Gläubigen Richtung Westapsis drehen, wo wir einen Altar unter dem Fresko errichten werden." Dazu werden auch die Bänke um 180 Grad gedreht. In dieser Zeit wird das Querhaus unter dem Vierungsturm und der Altarraum mit der Ostapsis saniert. Das "Drehen" hat in Knechtsteden Tradition, so wurde auch bei der vergangenen Innensanierung vor rund 20 Jahren verfahren, wie sich Stephan Großsteinbeck, Vorstandsmitglied des Fördervereins des Missionshaus Knechtsteden, erinnert: "Meinen Abiturgottesdienst habe ich 1992 auch verkehrt herum gefeiert."

Für die Substanzerhaltung sind 214 000 Euro veranschlagt, wozu der Rhein-Kreis Neuss 20 000 Euro und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ebenfalls 20 000 Euro beitragen. Die Spiritaner erhalten keine Mittel aus Kirchensteuern. Der Förderverein des Klosters hat 35 000 Euro zugesagt, so dass Bau-Koordinator Manfred Stefer einen Förderantrag beim Erzbistum Köln stellen konnte.

Über die Innensanierung der Basilika informiert der Förderverein ausführlich beim Bibliotheksabend am 25. Juli ab 20 Uhr in der Bibliothek des Klosters Knechtsteden.

(NGZ)