Dormagen: Helfer sammeln 15 Tonnen Müll

Dormagen : Helfer sammeln 15 Tonnen Müll

2700 Dormagener griffen an diesem Wochenende zu Handschuhen, Zangen und Müllsäcken und engagierten sich für ein sauberes Dormagen. Die Organisatoren werten den elften Sauberhafttag als Erfolg.

Noch zu Beginn der Vorwoche hatte der Stadtteilkoordinator damit gerechnet, dass seine Helfer in diesem Jahr weniger Müll aufsammeln müssten. "Ich hatte diesen Eindruck, als ich vor der Sammelaktion durch Hackenbroich gefahren bin", sagt Willi Nicolini. Er ist einer von zwölf Stadtteilkoordinatoren, die den Sauberhafttag zusammen mit der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen sowie der Stadtverwaltung organisieren. "Mein Eindruck war leider falsch", fällt Nicolinis Fazit am Samstagmittag aus. Im gesamten Stadtgebiet sammelten die Helfer, von denen annähernd 1800 Schüler der Dormagener Schulen waren, 15,25 Tonnen Müll.

Engagiert beim Sauberhafttag: Markus und Willi Nicolini, Matthias Kärtner, Ernst Langkau (oben, v. l.); Schüler des Leibniz-Gymnasiums am Hackenbroicher Krankenhaus (unten, links); der Angelsportverein am Waldsee. Foto: Hans Jazyk

"Das ist kein Rekord, aber eine beachtliche Menge", bescheinigt Stadtsprecher Harald Schlimgen. Im Vorjahr wurden 13,5 Tonnen gesammelt, 2008 waren es 18 Tonnen. Die Frage, ob es nicht frustrierend sei, dass viele der gereinigten Stellen bereits in wenige Wochen wieder verdreckt seien, lässt der Hackenbroicher Stadtteilkoordinator nicht an sich heran: "Da darf man gar nicht drüber nachdenken." Der Sauberhafttag soll ein Zeichen setzen und das Bewusstsein schärfen.

Foto: Jazyk, Hans

"Ziel ist es natürlich, dass wir den Aktionstag gar nicht mehr brauchen, doch das werden wir nie erreichen", ergänzt Schlimgen. "Doch die Bürger, die sich im Rahmen des Sauberhafttages engagieren, werfen mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Müll mehr achtlos weg", sagt Stadtmarketingleiter Guido Schenk, der von einer beeindruckender Demonstration bürgerschaftlichen Engagements spricht. "Die Teilnehmerzahl ist enorm und sie steigt seit Jahren", resümiert er.

Einige Sätze mehr oder weniger alter Autoreifen, ein dreisitziges Sofa, Grills und weitere skurrile Funde machten die Helfer in den einzelnen Stadtteilen und brachten sie zu den Sammelstellen der EGN, die für den Abtransport sorgte. Zu den Helfern gehörte am Samstag auch der Erste Beigeordnete der Stadt Dormagen, Kai Uffelmann, der in Horrem mit anpackte. Er sammelte unter anderem entlang der Provinzialstraße (L 280), wo sich eine große Menge Müll fand. "Ich bin ganz schön ins Schwitzen gekommen", sagt der Spitzenbeamte.

Die L280 bezeichnet Uffelmann als Entree. "Wer nach Dormagen kommt, fährt oft über diese Straße in die Innenstadt. Daher ist es wichtig, dass es dort sauber ist." Verpackungen von Fast-Food-Restaurants, Glas und weiterer Unrat hielten die Helfer auf Trab. "Wenn es ,Mc Donalds' nicht gäbe, wäre unsere Stadt sauberer", meint der Zonser Stadtteilkoordinator Joachim Fischer. Das gelte jedoch auch für Jägermeister. Fischers Helfer waren wie auch die Freiwilligen aus den anderen Stadtteilen drei bis vier Stunden im Einsatz.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE