Dormagen: Großübung am A 57-Unfallort

Dormagen : Großübung am A 57-Unfallort

Der Rhein-Kreis wird am kommenden Samstag auf der A57 den Rettungseinsatz nach einem Unfall mit einer Vielzahl von Verletzten trainieren. 184 Rettungskräfte werden vor Ort sein, darunter das Team des Löschzugs Gohr.

Viereinhalb Wochen nach dem schrecklichen Unfall auf der Autobahn 57 kehren die Retter an den Ort der Katastrophe zurück: Heute in einer Woche üben sie den Ernstfall. "Es wird eine Vollübung sein", sagt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der oberster Chef des Einsatzes ist.

184 Männer und Frauen werden von Neuss aus in Richtung Dormagen ausrücken, um einen "Massenanfall von Verletzten", so der sperrige Arbeitstitel, und dessen Folgen zu simulieren. "Wir wollen die Gelegenheit der gesperrten A57 nutzen, um dort unsere jährliche Übung abzuhalten."

Das Unternehmen ist generalstabsmäßig geplant. Über drei Seiten lang ist der Einsatzplan für die Hilfskräfte, die aus dem ganzen Rhein-Kreis zusammengezogen werden. Dazu gehören der Ortsverband Grevenbroich des Technischen Hilfswerks ebenso wie die Hilfsdienste des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter. Aus Dormagen ist der Löschzug Gohr dabei.

Für das zehnköpfige Team um Löschzugführer Stefan Kemper ist es eine besondere Situation: Denn bereits in der Unfallnacht vom 13. auf den 14. Februar war der Zug der Freiwilligen Feuerwehr mit seinem Abrollbehälter "MaNV" vor ort. Der wird auch am kommenden Samstag benötigt. Dabei handelt es sich, erklärt Dormagens Feuerwehr-Chefin Sabine Voss, um einen Container, der, von einem Trägerfahrzeug transportiert, wichtige Materialien wie Zelte, Verbandsmaterial, Defibrillator oder Medikamente enthält. "Dieser Abrollcontainer gehört dem Rhein-Kreis, wir bewirtschaften ihn und stellen das Personal", sagt Voss.

Bei dem Unfall auf der A 57 war ein Jüchener (29) gestorben, 13 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. 21 Fahrzeuge waren ineinander gefahrfen, nachdem Unbekannte unter der Autobahnbrücke einen großen Stapel mit Kunststoffrohren angezündet hatten, dichter Qualm nach oben zog und den Autofahrern die Sicht raubte.

Um 9 Uhr treffen sich die 184 Einsatzkräfte auf einem Sammelplatz im Neusser Hammfeld. Die 16 Kilometer bis zur Einsatzstelle legen sie in einer geschlossenen Fahrzeugkolonne zurück. Unter Einsatz von Blaulicht fährt der Konvoi über die B9 bis St. Peter, von dort zum Rasthof Nievenheim. Unter der Leitung von Robert Hoffmann, Hans-Joachim Klein (Rhein-Kreis) und Kreisbrandmeister Norbert Lange läuft die Übung bis 15 Uhr. Die Annahme ist ein Unfall mit 25 bis 30 Verletzten.

An der Unfallstelle, wo zurzeit die neuen Behelfsbrücken eingezogen werden, wird ein Behandlungsplatz aufgebaut. Neben dem Abtransport der Schwerverletzten gehört zur Übung die Versorgung von leichter Verletzten in einem Zelt. Das Ganze unter Beobachtung des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst des Rhein-Kreises, Marc Zellerhoff und der Leitenden Notärztin Maren Paulus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: A57: Behelfsbrücke wird gebaut

(NGZ/rl)