Dormagen: Leibniz-Schüler machen Theater

Dormagen : Leibniz-Schüler machen Theater

Heute Generalprobe, am Dienstag, Donnerstag und Freitag Aufführung: Für 15 Schüler der Theater-AG am Leibniz-Gymnasium wird es ernst. Sie spielen "Nach fünf im Urwald", frei nach dem Drehbuch von Hans-Christian Schmid.

Zahlreich sind die bunten Drehknöpfe auf dem Pult, das nur vom schwachen Schein einiger Lampen erhellt wird. Regler werden geschoben, Anweisungen hallen vom Podium der Technik-AG durch die Aula. Am anderen Ende steht ein Schüler auf einer Leiter und justiert einen Scheinwerfer, der die breite Bühne beleuchtet. Es ist Hauptprobe, die letzte vor der heutigen Generalprobe des Theaterstücks "Nach fünf im Urwald" der Theater-AG des Hackenbroicher Leibniz-Gymnasiums.

Gearbeitet wird am Samstag angestrengt, seit 8 Uhr am Morgen. Das Bühnenbild steht, bis in den späten Abend hinein soll geprobt werden, alles an seinem Platz sein, jeder Dialog sitzen. "Es läuft gut und die Schüler sind hoch motiviert", sagt Nicole Kassanke. Die Lehrerin und Theaterpädagogin kümmert sich um die Regie und die Gesamtleitung der Produktion. Unterstützt wird sie von einem engagierten Team. Bereits seit einem Jahr laufen die Vorbereitungen für die drei Aufführungen in dieser Woche. Das Stück behandelt typische Jugendthemen und handelt von der 17-jährigen Anna, die zu ihrem Geburtstag eine ausschweifende Party im Wohnzimmer feiert. Krach mit den Eltern, Hausarrest, weitere Verbote. Anna haut von zu Hause ab und fährt mit ihrem Schulkameraden Simon nach München.

Das Stück basiert auf dem Drehbuch von Hans-Christian Schmid, der die Komödie "Nach fünf im Urwald" 1995 verfilmte. Anna wird von Jelena Avlijas gespielt, die sich zu großen Teilen in ihrer Rolle wiederfindet: "Unbekannt waren mir nur wenige der Situationen, die in unserem Stück gespielt werden", erklärt sie. Die 18-Jährige gehört seit drei Jahren zur Theater-AG. Als Anna spielt sie ihre erste Hauptrolle. "Ich hatte ein ganz schön dickes Textbuch auswendig zu lernen", macht Jelena deutlich. Probleme bereitete ihr das nicht: "Das war leicht. Ich bin allerdings sehr aufgeregt und gespannt, wie die Zuschauer verschiedener Altersgruppen auf das Stück reagieren", sagt sie und ergänzt: "Wir demonstrieren die Realität und wollen auch etwas zum Nachdenken über die eigene Jugendzeit anregen."

Die Handlung spielt an zahlreichen verschiedenen Orten. "So arbeiten wir auch mit Filmeinspielungen", erklärt AG-Leiterin Kassanke. Die Zuschauer erwartet nicht nur reines Theater. "Auch der Film hat Gewicht", erklärt die Lehrerin. Gedreht und geschnitten hat diese Fabian Zimmer. Für Film interessiert er sich schön länger. "Gedreht haben wir am Kölner Bahnhof West, in der U-Bahn und auf dem Schulgelände. Bereits im Vorjahr habe ich einen Trailer für die damalige Aufführung produziert", sagt der 16-Jährige. Den Videoschnitt hat er sich selbst beigebracht.

(NGZ)
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