1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Dormagen mit Steherqualitäteh gegen den TuS Fürstenfeldbruck

2. Handball-Bundesliga : Dormagener trotzen allen Unbilden

Ob personelle Probleme, ungewohnte Heimspielstätte oder unangenehmer Gegner: Die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen zeigten gegen den TuS Fürstenfeldbruck erneut Steherqualitäten und gewannen verdient 30:27.

Normalerweise ist Moritz Görgen nur die Drittbesetzung auf Rechtsaußen bei den Zweitliga-Handballern des TSV Bayer Dormagen. Doch in der Schlussphase der in der Leverkusener Ostermann-Arena ausgetragenen Heimpartie gegen den TuS Fürstenfeldbruck brachte TSV-Coach Dusko Bilanovic den gerade mal 1,76 Meter großen Linkshänder wegen der großen Personalnöte im rechten Rückraum und bewies damit das richtige Näschen. Mit zwei wichtigen Aktionen hatte Görgen entscheidenden Anteil daran, dass es gegen den Favoritenschreck aus Bayer letztlich zu einem verdienten 30:27 (16:15)-Sieg reichte.

„Ich habe im Training gesehen, dass unsere großen Leute in der Abwehr Probleme mit Moritz haben. Deswegen habe ich mir ihn als Joker für die Endphase des Spiels aufbewahrt, und er hat gestochen“, erklärte Bilanovic nach der Partie. Insgesamt zehn Spieler, darunter auch Leistungsträger wie Torwart Martin Juzbasic, Alexander Senden, Joshua Reuland und André Meuser, standen nicht zur Verfügung, so dass Bilanovic ziemlich kreativ sein musste, um die Lücken zu schließen und während der Partie für Entlastung zu sorgen. Schließlich war schon das Hinspiel, damals noch mit einer deutlich besseren Personaldecke, sehr kräftezehrend gewesen und am Ende sogar verloren gegangen (28:30).

  • Benjamin Richter traf sechsmal für Dormagen.
    2. Handball-Bundesliga : Bayer Dormagen gelingt Revanche gegen Fürstenfeldbruck
  • André Meuser steht Dormagen nicht zur
    2. Handball-Bundesliga : Dormagen mit Respekt vor dem Favoritenschreck
  • Der Ur-Dormagener Norbert Nowak überwindet im
    Dormagener Handballgeschichte : Rückkehr an geschichtsträchtigen Ort

Das hatte freilich auch mit der unangenehmen Spielweise der Bayern zu tun, die mit ihrer aggressiven und offensiven Abwehrvariante gerade in eigener Halle viele Gegner vor große Probleme stellen. Nicht umsonst haben sie sich durch die Siege gegen Dormagen, den HC Elbflorenz, den VfL Gummersbach und den HSV Hamburg den Ruf des Favoritenschrecks erworben, obwohl sie schon lange auf dem letzten Tabellenplatz stehen. Deswegen hatten die Dormagener im Vorfeld des Rückspiels den vollen Fokus darauf gelegt, auch ohne viele wichtige Spieler Lösungen gegen die unorthodoxe Defensivstrategie zu erarbeiten. Mit Erfolg, denn mit hoher Beweglichkeit wurden die Räume in der vorgezogenen Abwehr viel besser genutzt als im Hinspiel, so dass der TSV das Spiel zunächst im Griff hatte. Als der angeschlagen ins Spiel gegangene Benjamin Richter in der 22. Minute per Siebenmeter die Führung auf 14:9 ausbaute, sprach viel für eine deutliche Halbzeitführung. Doch dann stellten die Gäste plötzlich auf eine 6:0-Deckung um, und Dormagen verlor den Faden. „Das war ein kleiner Schock für uns. Meine Spieler haben eine Zeit gebraucht, um das wahrzunehmen“, meinte Bilanovic, der sich aber offenbar dennoch ziemlich sicher fühlte, denn bis zur Pause nahm er keine Auszeit.

Auch gestützt auf den guten Torwart Sven Bartmann (elf Paraden) dominierte der TSV die Partie nach dem Seitenwechsel wieder stärker und zog nach dem einzigen Feldtor von Benjamin Richter zwischenzeitlich wieder auf fünf Tore davon (22:17, 40.). „Dann hat aber die Konzentration gefehlt, und wir haben ein paar Bälle verworfen und unnötige technische Fehler gemacht“, erklärte der TSV-Coach, wieso es dann trotzdem noch mal knapp wurde. Yannick Engelmann brachte die Gäste sogar bis auf 26:27 (54.) heran. Doch dann war es eben Joker Moritz Görgen, der mit einem Tor von Halbrechts und einem an ihm verschuldeten Siebenmeter die Weichen auf Sieg stellte. So konnten die Dormagener in der ungewohnten Umgebung in Leverkusen einen Sieg bejubeln, der auch wegen der Patzer der Konkurrenz Platz fünf festigt. Ein gutes Omen für die Heimpartie nächsten Samstag gegen Emsdetten, denn die könnte wieder in der Ostermann-Arena stattfinden, weil nicht klar ist, ob die Sicherheitsprobleme mit der Beleuchtung im TSV-Bayer-Sportcenter bis dahin behoben sind.