Dormagen: Hauptschule steht vor dem Aus

Dormagen : Hauptschule steht vor dem Aus

Noch zwei Wochen Schonfrist gibt es für die Hermann-Gmeiner-Hauptschule. Wenn sich in dieser Zeit die Zahl der Anmeldungen von derzeit elf nicht auf 18 erhöht, läuft Dormagens einzige Hauptschule aus.

Sie ist Unesco-Projekt-Schule und die einzige Hauptschule in Dormagen. Mit 375 Kindern gilt sie sogar als große Hauptschule. Doch die Hermann-Gmeiner-Hauptschule an der Bahnhofstraße steht vor dem Aus. Zurzeit liegen lediglich elf Anmeldungen für das kommende Schuljahr vor, 18 müssen es zur Bildung einer Eingangsklasse sein. Wenn in einer Schonfrist von zwei Wochen nicht noch sieben Kinder "gefunden" werden, dann läuft die Schule aus. Das bestätigte Ellen Schönen-Hütten, Leiterin des Schulverwaltungsamtes.

Die aktuelle Entwicklung bringt Tempo in die Debatte

Klaus Krützen, im vierten Jahr Rektor der Hauptschule, hat sich mit diesem Szenario bereits abgefunden: "Diese Entwicklung hat sich abgezeichnet. Zum einen aufgrund der demografischen Entwicklung, aber vor allem deshalb, weil die Eltern mit den Füßen abstimmen und ihre Kinder nicht anmelden." Die Entwicklung ist dramatisch: In den Jahrgängen sechs bis zehn ist die Gmeiner-Hauptschule dreizügig, in Klasse fünf noch zweizügig.

Dormagen steht mit der stark rückläufigen Entwicklung nicht alleine: In Grevenbroich hat die Hans-Sachs-Hauptschule noch weniger Anmeldungen, aus Kaarst und Korschenbroich wird auch wenig Resonanz gemeldet. Was wird aus den Fünftklässlern, wenn die Klassen hier und in den anderen Städten nicht zustande kommen? Schönen-Hütten: "Wir werden mit den Kommunen diskutieren, dass städteübergreifend eine oder mehrere Hauptschulen ausgewählt werden, die die Kinder aufnehmen." Für die Dormagener könnte das die Geschwister-Scholl-Ganztagshauptschule in Neuss-Norf sein.

Die aktuelle Entwicklung bringt Tempo in die Debatte über die Entwicklung der Schullandschaft. Das sagt auch Brigitte Burdag, schulpolitische Sprecherin der SPD: "Die Entwicklung war abzusehen. Die Eltern wollen die Hauptschule nicht mehr." Die SPD bevorzugt die zweite Gesamtschule für Dormagen. Burdag: "Kommt diese große Lösung nicht, kommt automatisch die kleine Schwester, die Sekundarschule." Sie kann sich als Standort einer neuen Gesamtschule die Gebäude der Real- und Hauptschule in der Stadtmitte vorstellen. Die Forderung nach einer neuen Gesamtschule hält Schulausschuss-Vorsitzender Bernd Engwicht (CDU) für falsch: "Von den angeblich so vielen abgewiesen Schülern kommen nur 49 aus Dormagen. Brauchen wir eine neue Gesamtschule für Schüler aus Neuss und Köln?" Er will das Gutachten abwarten, ferner soll die Verwaltung sich zum Raumprogramm und Kosten äußern. Engwicht: "Ich kann mir eine Sekundarschule in der jetzigen Haupt- und Realschule vorstellen."

(NGZ)