Schulausschuss für eine zweite Gesamtschule in Dinslaken

Dinslaken: Klares Votum für zweite Gesamtschule

Die Entscheidung des Dinslakener Schulausschusses wurde mit großer Mehrheit getroffen, nur Gerd Baßfeld von der Partei Die Linke stimmte dagegen. Über den Standort der neuen Gesamtschule wird der Rat im Dezember befinden.

Selten ist bei Sitzungen des Rates oder seiner Ausschüsse der Saal im Rathaus so mit Besuchern gefüllt wie gestern. Schüler, Eltern und Lehrer waren gekommen, um an der Sitzung des Schulausschusses teilzunehmen, denn es ging um die Entwicklung der Dinslakener Schullandschaft. Da die Sitzplätze bei weitem nicht ausreichten, müssten sich viele der Zuhörer mit Stehplätzen begnügen.

Helmut Weinreich, der die Sitzung leitete, da der Ausschussvorsitzende und seine Stellvertreterin nicht anwesend waren, meinte sogar, dass die Zahl der Zuhörer rekordverdächtig hoch sei. „Dies zeigt, wie wichtig das Thema und wie bedeutend die Entscheidung für die Stadt ist“, so Weinreich. Es ging um die Gründung einer zweiten Gesamtschule und die sukzessive Auflösung der Friedrich-Althoff-Sekundarschule.

Bevor die Politiker das Wort hatten, konnten sich die Zuhörer in der Fragestunde zu Wort melden. Und davon machten etliche Gebrauch. Eltern von Kindern, die die Realschule in Hiesfeld oder die Sekundarschule besuchen, wollten von der Verwaltung beispielsweise wissen, was auf sie zukomme. Wie würde es weitergehen, wenn die Friedrich-Althoff-Schule auslaufe? Die Verwaltung musste sich heftige Kritik anhören. Eltern beklagten, dass es zwar eine Befragung der Grundschuleltern gegeben habe, aber die Eltern von Kindern der weiterführenden Schulen nicht nach ihrer Meinung gefragt worden seien. Eine sichtlich verärgerte Mutter stellte fest, dass über die Köpfe der betroffenen Eltern hinweg Entscheidungen gefällt würden. Schüler machten darauf aufmerksam, dass sie als die Leidtragenden der anstehenden Entscheidungen auch nicht befragt worden seien.

  • Dinslaken : Sekundarschule steht nicht zur Wahl

Christa Jahnke-Horstmann, Schuldezernent der Stadt Dinslaken, bemühte sich, den Fragestellern Rede und Antwort zu stehen, doch waren die meisten der Eltern nicht mit dem zufrieden, was sie von der Verwaltung hörten. Dinslaken habe zwei Probleme, so Jahnke-Horstmann, es gebe zu wenig Anmeldungen für die Sekundarschule und die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen sei deutlich größer als das vorhandene Angebot. Folglich seien schulorganisatorische Maßnahmen notwendig. „Alles einfach so lassen, wie es ist, das können, dürfen und wollen wir auch nicht“, erklärte die Schuldezernent. Deshalb soll nun zum Schuljahr 2020/21 eine zweite Gesamtschule gegründet werden. Die Sekundarschule soll sukzessive auslaufen. Keinen Zweifel ließ Jahnke-Horstmann daran, dass flankierende Maßnahmen erforderlich seien, damit die neue Gesamtschule lebensfähig sei, denn sonst würde sie das gleiche Schicksal wie die Sekundarschule erleiden. Und das will die Kommune nicht riskieren. Die Dezernentin appellierte an alle, gemeinsam die besten Lösungen zu finden. Wenn der politische Beschluss gefasst sei, würden Gespräche mit den Beteiligten geführt. Jahnke-Horstmann sagte, dass laut Aussage der Bezirksregierung eine zweizügige Sekundarschule nicht genehmigt würde. Dies bezweifelte allerdings Reinhard Claves von der FDP, der als Zuhörer die Sitzung verfolgte.

Die SPD erklärte, den vorliegenden Beschlussvorschlag zu unterstützen, die endgültige Entscheidung zur Neugründung als auch zum Standort werde noch in diesem Jahr fallen. Für die CDU ist der beste Standort für die neue Gesamtschule der der Sekundarschule. Die Realschule Hiesfeld und das dortige Gymnasium sollten erhalten bleiben. Die Linke sprach sich für die zweite Gesamtschule in Hiesfeld aus. Diesen Standort favorisiert auch die BNP, weil dadurch eine Kooperation mit dem dortigen Gymnasium möglich sei.

Mit großer Mehrheit sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass die Verwaltung die Voraussetzungen für die Neugründung einer zweiten Gesamtschule prüft und einen Beschlussvorschlag zur Auflösung der Sekundarschule vorlegt. Über den Standort der neuen Gesamtschule soll der Rat in seiner Dezembersitzung entscheiden. Einzig die Linke stimmt dagegen, sie wollte vorher Klarheit über den Standort schaffen.

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