Deponie Wehofen:Thema im Dinslakener Hauptausschuss

Dinslakener Hauptausschuss: Bürger haben viele Fragen zur Deponie Wehofen

Zahlreiche Einwohner nahmen an der Sitzung des Hauptausschusses teil und wollten vom Bürgermeister Antworten haben.

Zwar hatte die Verwaltung die Entscheidung über den Verkauf des städtischen Grundstücks an der ehemaligen Bruchstraße, das Thyssen Krupp für die Erweiterung der Deponie Wehofen nutzen will, von der Tagesordnung für den Hauptausschuss abgesetzt. Dennoch nahmen am Dienstag viele Bürger an der Sitzung des Gremiums teil – und sie machten ihrer Verärgerung über das Verhalten der Stadtverwaltung Luft. „Das ist unsere Stadt“, „Verraten und verkauft“ stand auf kleinen Plakaten zu lesen, die die Zuhörer in den Rathaussaal mitgebracht hatten.

Keinen Zweifel ließen sie daran, dass sie mit dem von der Verwaltung geplanten Verkauf des Grundstücks und dem bisherigen städtischen Vorgehen in dieser Angelegenheit nicht einverstanden sind. Detelf Kolaric, Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen Giftmüll und Dinslakener Bürger, nutzte die Fragestunde für Einwohner und meldete sich zu Wort. „Welchen nachhaltigen Nutzen hat die Stadt Dinslaken von einer Industriemüll-Deponie? Wie passt eine Industriemüll-Deponie auf Dinslakener Grund?“, wollte er vom Bürgermeister wissen, der gestern nicht an der Ausschusssitzung teilnahm. Kolaric sagte, dass er ein Kaufangebot für das städtische Grundstück abgegeben habe und bedauerte, bislang nichts von der Verwaltung in dieser Sache gehört habe. Wer so mit potenziellen Investoren umgehe, werde keinen Erfolg haben, befand Kolaric, langjähriger Geschäftsführer eines großen Chemieunternehmens, wie er selbst sagte. Er hatte einen umfangreichen Fragenkatalog vorbereitet, den er allerdings nicht vortragen konnte, doch gab er ihn an die Verwaltung weiter.

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Ein anderer Bürger fragte nach dem Erlös des Grundstücksverkaufs durch die Stadt an Thyssen Krupp. Denn zu berücksichtigen sei auch der Wertverlust für die betroffenen Eigenheimbesitzer im Umfeld der Deponie. Der Fragesteller ging davon aus, dass dort etwa 500 Einfamilienhäuser stehen. Wenn jedes dieser Häuser einen Wert von geschätzten 200.000 Euro hätte und ein Wertverlust von zehn Prozent entstehen würde, hätten die Betroffenen einen Wertverlust ihrer Immobilien von zehn Millionen Euro zu verkraften.

Warum wurde versucht, gegen die Beschlüsse des Rates den Grundstücksverkauf zu tätigen? Fragen über Fragen, die sich die Bürger stellen und auf die sie eine Antwort vom Bürgermeister erwarten. In der Sitzung erhielten sie allerdings keine Antworten. Ausschussvorsitzender Heinz Wansing versicherte den Fragestellern, dass der Bürgermeister die Fragen erhalten und sich umgehend mit ihnen befassen werde. Die Fragen, so interpretierte Wansing den Wunsch der Bürger, sollten dann vom Bürgermeister öffentlich beantwortet werden. Den Zuhörern und Fragestellern dankte er ausdrücklich dafür, dass sie sich so „fair und diszipliniert“ verhalten hatten.

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