Hausexplosion in Wuppertal: So helfen Wuppertaler den Opfern

Alles verloren : Hunderte wollen den Opfern der Gas-Explosion in Wuppertal helfen

Möbel, Kleidung, persönliche Papiere - die ehemaligen Bewohner des explodierten Hauses in Wuppertal haben alles verloren. Viele Mitbürger wollen helfen.

„Die Menschen standen nach der Explosion teilweise mit nackten Füßen und in ihrer Schlafkleidung auf der Straße“, sagt Martina Eckermann, Sprecherin der Stadt Wuppertal. Bildhafter kann man kaum beschreiben, was die Bewohner des inzwischen abgerissenen Hauses nun dringend brauchten: praktisch alles.

Bei der Explosion eines Hauses im Stadtteil Langerfeld waren am Wochenende fünf Menschen schwer verletzt worden. Die Polizei hat Hinweise darauf, dass eine Gasleitung absichtlich beschädigt wurde und ermittelt inzwischen wegen Mordverdachts.

Ein Anwohner berichtet von der Explosion im Wohnhaus in Wuppertal

Die Stadt Wuppertal steht den Opfern zur Seite, aber auch viele Mitbürger wollen helfen. Mehr als 1000 Wuppertaler haben sich dazu in einer Facebook-Gruppe zusammengeschlossen. Einige der Administratoren kennen sich, seit sie nach einem schweren Brand in Wuppertal-Schwarzbach eine Hilfsgruppe organisierten. Auch Bärbel Poetzsch macht mit. Sie sagt: „Wir wissen, wie das geht und wir wollen ganz leise helfen.“ Allein am Montag seien mehr als 200 neue Hilfsangebote eingegangen. Bis spät in die Nacht habe Poetzsch telefoniert und Beiträge freigegeben, etwa diesen: „Habe einen Toyota Corolla, bei dem man die Rückbank umlegen kann, passt auch einiges rein. Wenn Bedarf besteht, kann ich auch gerne was transportieren.“

Die Angebote sind vielfältig. Eine Mutter bietet einen ausgedienten Kinder-Hochstuhl an, eine Möbel-Spedition ihre Hilfe. „Ich kann Katzenfutter spenden, wenn ich weiß welches er oder sie frisst“, schreibt ein Gruppenmitglied.

Die Stadt Wuppertal sucht aktuell nach Wohnungen für die Betroffenen. Eckermann ist zuversichtlich, bald positive Nachrichten zu haben. Bis auf weiteres leben die Betroffenen in einem ehemaligen Hotel, das einmal als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden war. Jeder Bewohner habe 150 Euro Soforthilfe in bar bekommen, berichtet Eckermann.

Eckermann spricht auch für den Verein „WiN - Hilfe für Wuppertaler in Not“. Der Verein hat sich bereit erklärt, Gebühren für Ersatz-Ausweisdokumente zu übernehmen. Eine gemeinsame Vorstandssitzung mit dem Verein Kindertal sei geplant, um die benötigte Hilfe zu koordinieren. Geldspenden nehmen beide Vereine an: www.kindertal.de und www.win-wuppertal.de.

Die Polizei ermittelt weiterhin gegen einen 54-jährigen Bewohner des zerstörten Hauses. Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, liegt der Mann im Koma und konnte weiterhin nicht befragt werden. Ein Sachverständiger hatte in den Trümmern Hinweise darauf gefunden, dass die Gasinstallation des Hauses manipuliert worden war. „Die Hinweise darauf verdichten sich. Wir haben bislang auch nichts entdeckt, das dem entgegensteht“, sagte ein Sprecher.

Die Ermittler forderten am Dienstag Zeugen auf, sich zu melden. Insbesondere suchen die Beamten Fotos und Videos, die vor dem Eintreffen der Rettungskräfte gemacht wurden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schwere Schäden in der Lenneper Straße in Wuppertal nach Gasexplosion

(woa)
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