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Grevenbroich: Geldautomaten-Sprenger muss vier Jahre in Haft

Über 100 Geldautomaten in NRW gesprengt : Niederländer gesteht Tat und muss in Haft

Zwei Jahre nach der Sprengung eines Geldautomaten hat ein 24 Jahre alter Niederländer ein Geständnis abgelegt. Nun muss er drei Jahre und acht Monate in Haft.

Gut zwei Jahre nach der Explosion eines Geldautomaten in  Neuenhausen muss jetzt ein 24-jähriger Niederländer mit marokkanischen Wurzeln für knapp vier Jahre in Haft. Der junge Mann wurde wegen Beihilfe zum vorsätzlichen Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und Diebstahls zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Damit blieb das Gericht deutlich unter dem, was ursprünglich möglich erschien.

Laut Justiz hatte letztlich eine Verständigung zwischen Gericht und Verteidigung stattgefunden. „Der Angeklagte hat ein Geständnis abgelegt und seine Beteiligung eingeräumt“, so Gerichtssprecher Fabian Novara. „Ohne Geständnis hätte man ihm die Tat wohl nicht vollständig nachweisen können. Das hat man ihm entsprechend positiv angerechnet.“ Am Tatort und auch im Fluchtwagen hatten Experten des Landeskriminalamtes DNA-Spuren des Mannes entdeckt. Allerdings hatte man nicht restlos klären können, in welcher Form sich der Angeklagte an der Automaten-Sprengung beteiligt hatte.

Die Tat hatte im Mai 2016 in Neuenhausen für großes Aufsehen gesorgt. Dutzende Anwohner waren durch den Knall am frühen Morgen aus dem Bett geschreckt worden, der Angeklagte und seine unbekannt gebliebenen Komplizen hatten 120.000 Euro Beute gemacht. Mit einem Audi A3 war der Bande die Flucht gelungen. Mit dem Wagen waren sie später in Belgien verunglückt. Die Polizei konnte der gebürtigen Marokkaner schließlich in der Nähe von Utrecht in den Niederlanden ausfindig machen, anschließend wurde er nach Deutschland ausgeliefert.

„Seine Mittäter hat er im Prozess nicht preisgegeben“, so Gerichtssprecher Fabian Novara. „Dazu wollte er keine Angaben machen.“ Die Ermittler sind sich allerdings sicher, dass der 24-Jährige zu einer Bande von Marokkanern gehört, die alle aus dem Großraum Utrecht stammen und sich auf Geldautomaten-Sprengungen spezialisiert haben. Laut Landeskriminalamt gehören bis zu 250 Männer zu dieser Bande, knapp 100 Geldautomatensprengungen in ganz NRW und darüber hinaus werden der Gruppierung zugerechnet. Insgesamt soll die Bande bereits etliche Millionen Euro Beute gemacht haben. Das Urteil gegen den 24-Jährigen ist laut Gericht rechtskräftig.

(mape)