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Elvan Korkmaz — das neue Gesicht der Sozialdemokraten

Begeisterung beim SPD-Landesparteitag : Elvan Korkmaz — das neue Gesicht der Sozialdemokraten

Der Name ist Programm: Korkmaz heißt auf Deutsch "keine Angst". Und genau so ging Elvan Korkmaz ihre Bewerbungsrede um den Vize-Vorsitz der nordrhein-westfälischen SPD auf dem Parteitag in Köln an: furchtlos, mit jugendlichem Elan und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

"Ich bin 29 Jahre alt und stehe dazu. Es sind zu wenig Frauen und junge Leute in der SPD. Ich werde meinen Beitrag leisten, um das zu ändern." Die rund 450 Delegierten belohnten Korkmaz wenig später: Mit 90,1 Prozent Zustimmung erzielte sie das beste Ergebnis bei der Wahl der vier Stellvertreter von Landeschefin Hannelore Kraft.

Korkmaz ist erst seit 2011 in der SPD, im Bauamt Bielefeld als Diplom-Verwaltungswirtin tätig und seit kurzem auch stellvertretende Landrätin des Kreises Gütersloh. Bis 2013 war die Frau mit türkischen Wurzeln, ihr Großvater wanderte Anfang der 70er Jahre aus der Türkei aus, auch Generalsekretärin des Bundes der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland.

Die Personalie schlug gleich hohe Wellen: Auslöser war eine Nachricht im Kurznachrichtendienst Twitter. Korkmaz sei charmant und ganz entzückend, schrieb ein Sozialdemokrat dort. Anneka Beck, Frauenbeauftragte der SPD in Münster, forderte daraufhin, die Nachricht zu löschen.

Korkmaz will die Partei mit Impulsen, vor allem für die junge Generation, unterstützen. Das scheint auch bitter nötig: Das Durchschnittsalter bei den Sozialdemokraten beträgt 59 Jahre. Der Anteil von Frauen unter 46 Jahren liegt bei sechs Prozent. Da kann ein frisches Gesicht nur helfen.

(jam)