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Experten: Zinserhöhung kein Risiko für Wirtschaft

Experten : Zinserhöhung kein Risiko für Wirtschaft

Berlin (rpo). Jean-Claude Juncker, der Vorsitzende der Euro-Gruppe, und Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Institus, halten die Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) nicht für ein Risiko für das Wirtschaftswachstum. Die Erhöhung um 0,25 Punkte auf 2,25 Prozent sei ein "moderater Schritt", sagte Juncker.

Verständnis zeigte auch Ifo-Präsident Sinn. Die EZB habe Angst um die Preise und trete deshalb auf die Bremse. "Das ist auch ganz richtig", sagte Sinn im WDR-5-Morgenecho. Für Deutschland wäre es "natürlich besser gewesen, etwas zu warten". Aber die EZB könne sich nicht nur nach Deutschland richten.

Nach Einschätzung des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts (HWWI) wird das Wirtschaftswachstum durch die moderate Zinserhöhung nicht gebremst. Nennenswerte Auswirkungen des Zinsschrittes seien nicht zu erwarten, sagte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar der "Passauer Neuen Presse" (Freitagausgabe).

Aus Sicht der EZB sei die Erhöhung sehr wohl gerechtfertigt. In der Euro-Zone seien die Inflationserwartungen gewachsen. "Die Teuerung liegt schon jetzt über der Zwei-Prozent-Marke", betonte Straubhaar. Hier steuere die EZB gegen, zumal die Konjunkturprognosen für die Euro-Zone sehr positiv seien.

Für die Staatsfinanzen bedeutet die Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte nach den Worten des HWWI-Direktors zusätzliche Zinskosten von einer Milliarde Euro. Die öffentliche Hand habe schon jetzt 1500 Milliarden Schulden. "Wenn man konservativ rechnet, würde die Erhöhung der Zinsen um einen Viertelprozentpunkt zusätzliche Zinskosten von rund einer Milliarde Euro erbringen", sagte Straubhaar. Das sei ein "dicker Batzen".