Lanxess verkauft mehr Mittel gegen Schweinpest

Folgen der Tierseuche : Lanxess verkauft mehr Mittel gegen Schweinepest

Die Ausbreitung der Schweinepest in China und Osteuropa hat vielfältige Folgen: Schweinefleisch und Gummibärchen werden in Deutschland teurer. Der Umsatz des Kölner Chemiekonzerns mit dem Desinfektionsmittel, das die Ausbreitung stoppen soll, steigt um 27 Prozent.

(anh) Die Afrikanische Schweinepest rückt näher an Deutschland heran. Die für Wind- und Hausschweine meist tödlich endende Virusinfektion grassiert in Afrika und China, auch aus Belgien und Polen sind Fälle bekannt. Für Menschen ist die Infektion zwar ungefährlich, doch auch in Deutschland ist man wachsam. Da die Krankheit weder behandelbar ist, noch Tiere dagegen geimpft werden können, kommt es darauf an, eine Ausbreitung der Viren im Stall oder über Transportwege zu stoppen. Das Mittel hierzu liefert unter anderem ein NRW-Konzern: Das Kölner Spezialchemie-Unternehmen Lanxess stellt das Desinfektionsmittel Virkon her, mit dem Ställe gereinigt und Autoreifen abgespritzt werden.

„Seit 2017 ist unser Umsatz mit Virkon jedes Jahr um 27 Prozent gestiegen, vor allem getrieben durch den Ausbruch der Krankheit in China“, erklärte ein Lanxess-Sprecher. Das Mittel zeichne sich dadurch aus, dass es auch bei niedrigen Temperaturen wirke und damit im Winter eingesetzt werden könne. Lanxess stellt Virkon im britischen Sudbury her. Die Kölner hatten 2016 das Desinfektionsmittelgeschäft des US-Konzerns Chemours übernommen, zu dessen Kernprodukten Virkon zählt. Es war die erste Übernahme nach der schweren Lanxess-Krise.

So lange hierzulande keine Schweinepest auftritt, zählen deutsche Schweinehalter zu den Profiteuren. Weil die Tierbestände in China stark geschrumpft sind, ist die Nachfrage nach Schweinefleisch aus Ländern wie Deutschland kräftig gestiegen. Das treibt auch auf dem deutschen Markt den Preis für Schweinefleisch, er liegt laut der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft aktuell um acht Prozent über Vorjahresniveau. Und das macht laut „Lebensmittelzeitung“ auch Gummibärchen teurer. Sie bestehen großteils aus Gelatine, die aus Schweinegewebe hergestellt wird.