Stadtguthaben in Hilden: Startup bietet mit Händlern gemeinsamen Gutschein an

Startup „Stadtguthaben“ startet in Hilden : „Dadurch wird Kaufkraft in der Stadt gebunden“

Mit dem „Stadtguthaben“ soll das Gewerbe in Hilden gestärkt werden. Die Aktion startet am 13. Dezember. Dahinter steckt ein Start-up aus Düsseldorf, das die Menschen wieder für den lokalen Handel sensibilisieren will.

Bei vielen Hildener Einzelhändlern ist ab Freitag, 13. Dezember, der Gutschein „Stadtguthaben“ erhältlich. Dabei handelt es sich um eine digitale Scheckkarte, die mit einem beliebigen Wert aufgeladen und in zahlreichen ortsansässigen Geschäften, Gastronomie- oder Dienstleistungsbetrieben eingelöst werden kann. Zum Start noch rechtzeitig vor Weihnachten machen insgesamt zehn Teilnehmer mit.

  Stadtguthaben ist gewissermaßen ein Gemeinschaftsgutschein, bei dem die Kunden überlegen können, ob sie ihn komplett in einem Geschäft einlösen oder auf mehrere verteilen. „Dadurch wird Kaufkraft in der Stadt gebunden“, sagt Patrick Koch, Chef von „Stadtguthaben“, einem jungen Startup aus Düsseldorf, das die technische Gutscheinverwaltung übernimmt.  Die Abwicklung für Händler soll vollständig digital ablaufen: Gutscheine werden per App, die von „Stadtguthaben“ bereitgestellt wird, gescannt und der Bezahlvorgang in die Wege geleitet.

Ins Leben gerufen hat Koch die Initiative zusammen mit dem Stadtmarketing Hilden und dessen Geschäftsführer Volker Hillebrand. Die Zielsetzung ist klar. Mit Hilfe der Gutscheine, die ausschließlich in Hilden eingelöst werden können, soll das Geld in der Stadt gehalten werden. „Außerdem rückt die Sensibilisierung für lokales Einkaufen bei den Menschen dadurch wieder viel stärker in den Vordergrund“, führt Hillebrand aus.

Für die teilnehmenden Händler soll das weniger technischen Aufwand in der Abwicklung von Gutscheinen bedeuten, erklärt Koch. Denn groß umrüsten müssten die Geschäfte nicht. Mithilfe der App erkennen die Verkäufer auch, wie viel Guthaben sich auf der Karte des jeweiligen Kunden befindet. Letzterer hat auch die Möglichkeit, die Summe auf mehrere Geschäfte zu verteilen. „Manche nutzen beispielsweise die Karte, um sich für 30 Cent ein Brötchen abbuchen zu lassen, andere kaufen für über 400 Euro eine Waschmaschine“, spricht Koch aus Erfahrung.

Eine große Hoffnung der Hildener Einzelhändler ist es, dass durch die Aktion, mehr lokale Vielfalt zum Weihnachtsfest verschenkt wird  anstelle von Gutscheinen der großen Filialisten oder Online-Giganten. „Wir finden die Idee gut, so werden lokale Händler unterstützt“, erklärt  Julia Bister, Projektmangagerin des Dessousgeschäftes „Wäschetraums“ und des Sanitätshauses Vital. „Hilden bietet ein gutes und lohnenswertes Angebot, um den Gutschein einlösen zu können. Zudem sieht sie die Aktion der teilnehmenden Händler als Chance für viele, um auf sich aufmerksam zu machen. Kunden würden so möglicherweise auf Geschäfte hingewiesen, die sie nicht kennen.

Neben Wäschetraum ist André Raeck mit seinem Gewürzladen am Warringtonplatz ein weiterer Teilnehmer der Aktion. „Ich halte das für eine gute Idee“, sagt Raeck, räumt aber ein: „Leider sind das bislang zu wenig Einzelhändler, die mitmachen. Ich hoffe aber, dass sich weitere noch anschließen, wenn die Aktion erst einmal angelaufen ist.“ Denn Gutscheine seien immer gefragt, wie der Gewürzhändler aus Erfahrung weiß.  „Die Erfahrung aus anderen Städten zeigt, dass nach dem Start noch viele Akzeptanzstellen dazukommen, die zunächst etwas kritisch abwarten“, erläutert Koch. Knapp 20 weitere Städte nutzen bereits die Sofware von Stadtguthaben. In den Städten Mönchengladbach und Düsseldorf ist das Düsseldorfer Startup-Unternehmen sogar Verwalter der Aktion.

(isf)