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Eon: 3000 Mitarbeiter wegen Corona in Kurzarbeit

Wegen Corona : 3000 Eon-Mitarbeiter in Kurzarbeit

Infolge der Pandemie sank die Stromnachfrage um zehn Prozent, auch der Eon-Gewinn schrumpfte. Innogy ist nun Geschichte, die Kunden gehören seit Oktober zu Eon. Der zweite Lockdown aber lässt den Energiekonzern kalt, die Aktie legt zu.

Die Corona-Krise trifft Eon stärker als erwartet. Der Konzern schickte in Großbritannien im Sommer 3000 Mitarbeiter in Kurzarbeit, wie Marc Spieker, Finanzchef des Konzerns, erklärte. Unter anderem sei es wegen des Lockdowns den Mitarbeitern nicht möglich gewesen, in die Haushalte zu gehen und intelligente Stromzähler zu installieren. In Rumänien mussten Mitarbeiter der Abrechnungszentren (Shared Service Center) in Kurzarbeit. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn (Ebit) schrumpfte in den ersten neun Monaten um rund 300 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro. Die Stromnachfrage der Kunden ging um rund sechs Prozent zurück, bei Industriekunden waren es sogar zehn Prozent.

Dennoch ist der Essener Konzern zuversichtlich: Die Märkte würden sich nun schneller erholen als erwartet. Die Folgen der Pandemie können man begrenzen. „Der zweite Lockdown hat bislang zu keinem Rückgang der Stromnachfrage geführt“, so Spieker.

Das sahen auch die Anleger so: Die Aktie legt um zwei Prozent auf 9,50 Euro zu. Doch bis heute profitiert Eon kaum von dem großen Innogy-Deal. Im März 2018 hatten RWE und Eon die Aufteilung der damaligen RWE-Tochter bekannt gegeben. Die RWE-Aktie hat sich seitdem mehr als verdoppelt, die Eon-Aktie hat dagegen nur um rund zehn Prozent zugelegt.

Nun ist Innogy Geschichte. Im Oktober hat Eon die Marke weitgehend stillgelegt: „Ein Großteil der Innogy-Kunden ist jetzt Eon-Kunden“, erklärte Spieker. Zugleich sind 600 Mitarbeiter der Innogy-Verwaltung in Essen zu Eon gewechselt. Nur beim Stellenabbau lässt der Konzern die Mitarbeiter auch über zwei Jahre nach dem Deal weiter warten: 1000 Mitarbeiter hätten das Sprinter-Angebot bei Abfindungen und Vorruhestand angenommen, so Spieker. Eon will aber bis zu 5000 seiner 75.000 Stellen abbauen. Und auch den Standorten hatte der Finanzchef nichts Neues zu sagen: In Dortmund und Essen würden wie geplant insgesamt 1600 Stellen abgebaut. Ab 2022 will Eon 740 Millionen Euro durch den Innogy-Deal einsparen.

Die Beschwerden von vielen Stadtwerken, die in der Marktmacht der neuen Eon eine Wettbewerbsverzerrung sehen, sieht Spieker gelassen: „Das ist Getöse um nichts.“ Eon habe die Auflagen der EU erfüllt, die EU sehe keine Beschränkung des Wettbewerbs, wie sie in dieser Woche noch einmal bestätigt habe. Der Eon-Konzern ist der größte Stromnetzbetreiber in Deutschland. Der Bereich steuert seit Jahresanfang mit 2,3 Milliarden Euro über 80 Prozent zum Gewinn bei. Nun will Eon auch EU-Fördertöpfe anzapfen und die EU-Gelder für zusätzliche Investitionen in Netze und Speicher nutzen.