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Witte Group aus Wermelskirchen investiert in Düsseldorfer IOX Lab

Witte Group beteiligt sich : Neuer Investor aus Wermelskirchen für Düsseldorfer IOX Lab

Im Internet der Dinge könnten Kühlschränke genauso vernetzt werden wie Mülleimer. Das Potenzial ist riesig – und das Düsseldorfer Unternehmen IOX Lab will bei dieser Entwicklung vorne dabei sein. Dafür besorgte man sich jetzt erstmals in der Firmengeschichte frisches Kapital.

Fünf Jahre lang ist das Düsseldorfer Start-up IOX Lab organisch gewachsen – nun hat man erstmals in der Firmengeschichte einen externen Investor an Bord geholt. Die Witte Group aus Wermelskirchen beteiligt sich über ihre Tochter Witte New Ventures an dem Start-up. IOX Lab hat sich auf Produkte für das sogenannte Internet der Dinge spezialisiert und war nach der Gründung 2015 zunächst damit gestartet, Prototypen für andere Unternehmen zu entwickeln. Zu den Kunden gehören unter anderem die Konzerne Unilever, Henkel, Daimler oder Vodafone.

„Als wir mit IOX gestartet sind, haben wir viele Individualprojekte für Unternehmen umgesetzt“, sagt Jänisch. Inzwischen habe man sich stärker fokussiert und die Lösungskomponenten aus über 150 Projekten standardisiert. „Ähnlich wie wie mit einem Homepage-Baukasten können unsere Kunden Ihre vernetzen Wunschprodukte und Services sehr schnell zusammenstellen und in die Produktion bringen“, sagt der Gründer. So seien bereits eine Vielzahl mit dem Mobilfunk verbundener Geräte entstanden wie zum Beispiel intelligente Kühlschränke. „Wir glauben, dass der Markt in diesem Bereich noch ganz am Anfang steht“, ist Jänisch überzeugt.

Um schneller zu wachsen, haben die beiden Gründer Jänisch und Andreas Bell daher seit dem vergangenen Jahr darüber nachgedacht, externe Investoren aufzunehmen. Am Ende fiel die Wahl auf die Witte Group aus Wermelskirchen. „Wir haben mit Witte schon in der Vergangenheit ein paar Projekte zusammen gemacht. Daher kannten wir uns schon“, sagt Jänisch.

Die Witte Group ist ein Mittelständler mit ganz verschiedenen Geschäftsfeldern. So erzeugt das Unternehmen unter anderem Fahrzeugpapiere, produziert Warntafeln und ist im Bereich der gedruckten Elektronik aktiv, wo man beispielsweise spezielle Sensoren herstellt. Das Unternehmen ist damit sehr aktiv im Automobilsektor und beschäftigt in Deutschland und Mexiko insgesamt mehr als 500 Mitarbeiter.

Bislang hielt Gründer und Geschäftsführer Robert Jänisch 85 Prozent der Anteile, Mitgründer Andreas Bell kam auf 15 Prozent. Wie hoch der Anteil der Witte Group ist, ist bislang noch nicht im Handelsregister ersichtlich. Ebenso unklar ist die Höhe des Investments. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit dem Geld will IOX schneller wachsen, indem das aktuell rund 20-köpfige Team erweitert wird und in die Produktentwicklung investiert wird. An Arbeit mangelt es dem Team, das im vergangenen Jahr einen siebenstelligen Umsatz erzielt hat, nicht. „Unser Geschäft wächst gerade rasant. Wir haben schon das Gefühl, dass viele Unternehmen sagen: Ok, es muss trotz Corona irgendwie weitergehen“, sagt Jänisch: „Und umgekehrt haben wir auch viele coronaspezifische Themen, zum Beispiel beim kontaktlosen Bezahlen.“