Aldi, Eon, Metro - Konzerne fordern Kohleausstieg

Anlässlich Klimagipfel in Bonn: Aldi, Eon, Metro - Konzerne fordern Kohleausstieg

Zum Klimagipfel richten 51 Unternehmen und Verbände einen eindringlichen Appell an die künftige Bundesregierung - und fordern den Kohleausstieg.

Zu den Unterzeichnern gehören Öko-Firmen wie Alnatura und Naturstrom, aber auch die Energiekonzerne Eon, EnBW und Trianel. Eon ist (noch) Mitbesitzer des Kraftwerksbetreibers Uniper, der gerade ein neues Kohlekraftwerk in Datteln baut. Auch EnBW hat lange mit Kohle Geld verdient. RWE und Innogy sind nicht dabei.

Unterzeichnet haben Handelsriesen wie Aldi, Metro, Otto, Tchibo, die Sportkonzerne Adidas und Puma sowie Siemens und der Verband der Elektroindustrie, die vom Elektroauto-Boom profitieren würde. Auch den fordern die Unterzeichner: "Deutschland und die EU brauchen jetzt den konsequenten Einstieg in die Verkehrswende." Dazu gehöre die Stärkung des Schienenverkehrs und der Ausbau der Elektromobilität. Initiiert wurde das Ganze durch die "Stiftung zwei Grad - Deutsche Unternehmer für den Klimaschutz".

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Zugleich streiten Wirtschaft und Politik über die Frage, wie schnell Blöcke abgeschaltet werden können. So lange es keine großen Speicherkapazitäten gibt, werden konventionelle Kraftwerke als Puffer benötigt. Zumal es im Winter "Dunkelflauten" gibt - Tage, an denen die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Uniper und RWE betonen wie FDP und Union, dass Kraftwerke zur Sicherung der Versorgung unerlässlich sind.

Der Chef der Denkfabrik Agora Energiewende, Patrick Graichen, widerspricht: "Wir könnten ohne Probleme für die Versorgungssicherheit rund acht Gigawatt an alten Braunkohlekraftwerken sofort stilllegen." Das würde zwar nicht reichen, um das Klimaziel 2020 von 40 Prozent zu erreichen, aber immerhin würden man bei etwa 37 Prozent landen.

"Es gibt viele sehr alte Braunkohle-Kraftwerke, die eigentlich längst abgeschrieben und am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind", betonte er. "In den letzten 365 Tagen hat Deutschland unterm Strich gerade mal an vier Tagen Strom importiert", sagte Graichen mit Blick auf anderslautende Hinweise von FDP-Chef Christian Lindner.

(anh, mar)