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Düsseldorf: 60 Millionen Euro Kartellstrafe für Süßwaren-Hersteller

Düsseldorf : 60 Millionen Euro Kartellstrafe für Süßwaren-Hersteller

Die Unternehmen hatten sich illegal über Preise für ihre Produkte abgesprochen. Betroffen sind auch Bahlsen, Kraft und Nestlé Kaffee.

Wegen illegaler Preisabsprachen müssen elf Süßwaren-Hersteller jetzt hohe Strafen zahlen: Das Bundeskartellamt verhängte gegen sie und verantwortliche Vertriebsmitarbeiter Bußgelder in Höhe von rund 60 Millionen Euro. Betroffen sind Kraft Foods Deutschland, Alfred Ritter, Nestlé Kaffee und Schokoladen Bahlsen und Griesson-de Beukelaer. Auch Storck, Katjes, CFP Brands, Feodora Chocolade, Piasten und Zentis sollen sich abgesprochen haben. Gegen Haribo wurde wegen der Vorfälle bereits im Sommer 2012 ein Bußgeld erlassen.

Das Kartellamt hatte im Februar 2008 branchenweit Räume der Süßwaren-Hersteller durchsucht. Die Behörde sieht es als erwiesen an, dass Ritter und Kraft Foods sowie in einer Vierer-Runde auch Ritter, Mars, Nestlé und Haribo Preise für Schokoladenprodukte verhandelt haben. Im Arbeitskreis Konditionenvereinigung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie wurden zudem jahrelang Informationen über den Stand der Verhandlungen mit dem Lebensmittel-Einzelhandel und teilweise auch über beabsichtigte Erhöhungen der Listenpreise ausgetauscht. Die Absprachen zwischen Kraft und Ritter führten dazu, dass der von den Herstellern empfohlene Preis für Schokolade um zehn bis 15 Cent stieg.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte, im Jahr 2007 seien die Preise wichtiger Rohstoffe wie Milch und Kakao deutlich angestiegen. "Statt einer unternehmerischen Lösung entschied man sich in dieser Situation für ein illegales Vorgehen." Der Wettbewerb mit der Konkurrenz sei ausgeschaltet, die Kunden seien mit abgesprochenen Preissteigerungen belastet worden.

Der schwäbische Schokoladenproduzent Ritter, dem Bußgeldbescheide von insgesamt 7,5 Millionen Euro ins Haus flatterten, kündigte Einspruch an. Er wies die Vorwürfe zurück. Bei der Festsetzung des Bußgeldes kam den Unternehmen Nestlé, Ritter, Katjes und Kraft zugute, dass sie bei der Aufklärung des Falls mit dem Bundeskartellamt zusammengearbeitet hatten. Der Süßwarenkonzern Mars aus Viersen entging der Geldbuße: Er war in dem Verfahren als Kronzeuge aufgetreten. Wie das Bundeskartellamt mitteilte, wurde der Großteil der Verfahren einvernehmlich beendet. Ein Teil der Bußgeldbescheide ist bereits rechtskräftig. Gegen die übrigen ist Einspruch möglich.

(RP)