1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroicher Unternehmen spüren Lieferengpass

Wirtschaft in Grevenbroich : Unternehmen spüren Lieferengpass

Holz, Kunststoff, Betonstahl: Lieferprobleme und Preisexplosion belasten viele Grevenbroicher Betriebe. Mit welchen Problemen Firmen zu kämpfen haben.

Die weltweite Preisexplosion und Lieferengpässe bei Baumaterialien belasten Grevenbroicher Unternehmen. „Bislang haben wir keine Terminüberschreitungen, aber solche Preissteigerungen habe ich noch nicht erlebt, bei Holz und Stahl galoppieren die Preise davon“, erklärt Stefan Pick vom Bauträger Pick Projekt. Mehrere Effekte kämen zusammen. „In China und den USA boomt es, sie saugen die Baustoff-Märkte leer. Hinzu kommen logistische Probleme, nachdem ein Schiff im Suezkanal feststeckte. Zudem sind wegen Corona Lieferketten weggebrochen.“

Die Handwerkskammer in Düsseldorf sieht als zentrale Ursache für „den sich zuspitzenden Rohstoffmangel“ die starke Nachfrage aus China und den USA. Hersteller, die in der Pandemie die Produktion gedrosselt hätten, kämen mit dem Wiederhochfahren nicht nach. Betonstahl etwa sei um 30 Prozent teurer geworden. Der Engpass könne zum „Hemmschuh für die Erholung der Wirtschaft werden“.

In Wevelinghoven merkt Rolf Gehlen von der Rudolf Gehlen GmbH die Engpässe deutlich im Bereich der Industrieverpackungen. „Es ist schwer, noch etwas zu kriegen. Der Preis für OSB-Platten für Holzverschalungen hat sich verdreifacht. Es geht alles nach Amerika, keiner sagt ,Stopp’“. Er könne „die höheren Preise nicht einfach an Großkunden weitergeben“, so der Unternehmer. „Das verringert den Gewinn.“

  • Der Baustoff Holz gilt derzeit als
    Betriebe in Mönchengladbach warnen : Den Zimmerern geht das Holz aus
  • Ente gut, alles gut: Die Polizei
    Schnatternde Verfolgungsjagd : Polizei rettet Entenfamilie in Grevenbroich
  • Die Preise für Holz und Dämmstoffe
    Baustoff-Mangel im Kreis Kleve : Kurzarbeit in der Baubranche trotz guter Auftragslage

Bei Fockenrath + Manske, etwa in den Bereichen Badplanung, Sanitär, Heizung, alternative Energien und Industriebau aktiv, „haben wir erhebliche Probleme bei Kunststoff. Die Preise für Dämmmatten für Fußbodenheizungen haben um 25 bis 30 Prozent angezogen“, schildert Geschäftsführer Norbert Manske. Bei Halbleitern für Steuerungen befürchte er im zweiten Halbjahr Lieferverzug. Termine habe die Firma bislang halten können. „Wegen Festverträgen können wir die höheren Preise nur zum Teil an Kunden weitergeben“. Letztlich werden künftig Endkunden den Anstieg spüren. Stefan Pick etwa geht davon aus, dass der Preis für Wohnungen steigt. „Wer aber ein Haus bereits gekauft hat, bei dem steht der Preis.“