Handball-EM 2020: Weltmeister Dänemark scheitert in der Vorrunde

Weil Island gegen Ungarn verliert : Handball-Weltmeister Dänemark scheitert in EM-Vorrunde

Bei der Handball-EM ist der nächste Titelanwärter bereits in der Vorrunde gescheitert. Nach Frankreich muss auch Weltmeister Dänemark die Heimreise antreten. Die erhoffte Schützenhilfe von Island blieb aus.

Die dänischen Weltmeister um Superstar Mikkel Hansen verfolgten den Jubel der Ungarn mit versteinerter Miene, ihre anfangs noch so hoffnungsvollen Fans kämpften mit den Tränen. Bei der Handball-EM ist nach Frankreich der nächste Titelanwärter bereits in der Vorrunde gescheitert - weil die erhoffte Schützenhilfe Islands bei der 18:24 (12:9)-Niederlage gegen Ungarn ausblieb.

Bevor die dänischen Spieler zum Aufwärmen für ihr bedeutungsloses letztes Gruppenspiel in Malmö gegen Russland das Feld betraten, mussten sie noch die Freudentänze der Ungarn um den überragenden Torhüter Roland Mikler ansehen. Das Spiel gegen die Russen zum Vorrundenabschluss war ein Jahr nach dem WM-Triumph im eigenen Land für den Olympiasieger nur noch eine lästige Pflicht, der 31:28 (12:15)-Erfolg war kein Trost.

Eine Niederlage gegen Island und ein Unentschieden gegen Ungarn war zu wenig für die Dänen. Zuvor war bereits der dreimalige Europameister Frankreich nach Niederlagen gegen Portugal und Vize-Weltmeister Norwegen gescheitert.

Island nimmt trotz des Sieges gegen die Dänen keinen Punkt mit in die zweite Turnierphase, Ungarn kämpft hingegen mit zwei Zählern in den nächsten Spielen um den Einzug ins Halbfinale. Norwegen, Portugal, Slowenien und Schweden komplettieren die Gruppe. Neben Mikler war Bence Banhidi mit acht Treffern Sieggarant der Ungarn.

Bis zur Pause sah es unter den Augen der dänischen Spieler noch gut für Island aus. Doch nach dem Wechsel leistete sich die Mannschaft um den Ex-Kieler Aron Palmarsson, der nur vier Treffer bei elf Würfen erzielte, zu viele Fehler - da half auch die lautstarke Unterstützung der dänischen Anhänger nichts mehr. Nur sechs Tore in der zweiten Halbzeit waren deutlich zu wenig. Gegen Mikler, der als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde, fanden die Isländer einfach kein Mittel mehr. Leidtragende waren die enttäuschten Dänen und ihre Fans.

(lt/sid)