1. Sport
  2. Fußball

Schalke 04 im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga

Letzer Bundesliga-Spieltag vor der Pause : Schalke steckt im Abstiegskampf

Am letzten Bundesliga-Spieltag vor der Winterpause geht es vor allen Dingen in der Abstiegszone zur Sache. Mittendrin: der amtierende Vizemeister.

Schön, dass es die Bundesliga gibt. In diesem Jahr erfreut die höchste nationale Fußballklasse ihre Anhänger mit bester Unterhaltung bis zum Weihnachtsfest. Jedenfalls beinahe. Der letzte Hinrunden-Spieltag ist der Sonntag. Noch unter dem Weihnachtsbaum dürfen die Erkenntnisse vom Wochenende munter erörtert werden. Was steht auf dem Programm?

Der Kampf um die Spitze. Dieser kleine Wettbewerb zum Jahresausklang ist bereits entschieden. Borussia Dortmund geht als sogenannter Herbstmeister über die Ziellinie. Fraglich ist allein, mit wie vielen Punkten Vorsprung. Borussia Mönchengladbach und Bayern München sind auf sechs Zähler herangerückt. Und es trifft sich gut, dass die niederrheinische Borussia zum Spitzenspiel ins ehemalige Westfalenstadion kommt (siehe oben).

Der Kampf um die Europa-Plätze. Mönchengladbach, München, und Leipzig sind aus den ersten sechs Rängen nicht mehr zu verdrängen; Gladbach und Bayern werden nicht schlechter als auf Platz drei landen können. Aussichtsreiche Bewerber um einen Rang, der am Saisonende in den europäischen Fußball führt, sind Eintracht Frankfurt, der VfL Wolfsburg, Hoffenheim und Hertha BSC. Sogar Werder Bremen hat noch theoretische Chancen. Dann müssten die freundlichen Mitbewerber allerdings Federn lassen.

Der Kampf um den Klassenerhalt. Die größte Spannung herrscht am Jahresende in den unteren Regionen der Tabelle. In gleich drei Spielen stehen sich unmittelbar bedrohte Teams gegenüber. Nürnberg empfängt Freiburg, Hannover die Düsseldorfer und Stuttgart den FC Schalke 04. Den „Club“, Freiburg, Hannover und die Fortuna durften im Süden der Rangliste erwartet werden. Dass die Altmeister Stuttgart und Schalke ums sportliche Überleben kämpfen müssen, gehört jedoch zu den negativen Überraschungen dieser Spielzeit.

Stuttgart hat nach einer herausragenden Rückrunde 2017/18 sein Team zwar tüchtig mit fußballerischer Prominenz verstärkt, dafür aber wenig fußballerische Mentalität eingekauft. Der leise Aufwärtstrend beim 2:1-Erfolg über Hertha BSC hat das Problem nur für ein paar Tage überdeckt, schon beim 0:2 in Wolfsburg war es wieder zu besichtigen.

Der neue Trainer Markus Weinzierl, unter dessen Leitung kein Umschwung zu erkennen ist, widmete sich weniger der allgemein beklagenswerten Lage als einigen Details. „Der letzte Pass hat immer wieder gefehlt“, erklärte er. So kann man das auch sehen.

Noch tiefer als die Stuttgarter, die im Frühling 2018 noch vom späten Sprung ins europäische Geschäft träumen durften, ist Schalke 04 gefallen. Die Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison hat ganz offensichtlich zu falschen Schlüssen verleitet. Schalke wähnte sich schon bei den Großen. Dass es den Sprung auf den Platz hinter dem Serienmeister Bayern München schaffte, lag allerdings nicht nur an eigenen Stärken. Die Konkurrenz hatte sehr viel mit sich selbst zu tun. Schalke gewann das Rennen um die Vizemeisterschaft, weil es als Kollektiv geschickt verteidigte und entschlossen seine Chancen verwertete.

Die Mannschaft scheint aber keine andere Idee zu verfolgen als reine Torverhinderung. Diese Taktik wirkt in der Hinrunde 2018/19 nicht, weil die mannschaftliche Abwehrarbeit nicht mehr so organisiert daherkommt wie vor ein paar Monaten, weil der seinerzeit herausragende Naldo keine bedeutende Rolle mehr spielt, und weil die Abgänge nicht ausgeglichen wurden. Weder für Verteidiger Thilo Kehrer noch für die Mittelfeldspieler Max Meyer und Leon Goretzka wurde auch nur einigermaßen gleichwertiger Ersatz gefunden.

Das führt zu armseligen fußballerischen Vorstellungen, von denen beim 1:2 gegen Leverkusen eine besonders schlimme abgeliefert wurde. Trainer Domenico Tedesco gilt trotzdem als unantastbar. Diese Sprachregelung gibt jedenfalls Sportvorstand Christian Heidel aus. „Wir haben großes Vertrauen in ihn“, sagte er, „ich tu mich schwer damit, einen Trainer in Frage zu stellen, den wir vor vier Monaten noch gefeiert haben.“ Gefeiert wurde Tedesco für die Ergebnisse, weniger für die fußballerischen Leistungen. Mittlerweile fehlen ihm auch Ergebnisse - und damit Argumente. Darüber sprach Heidel nicht.