Borussia Mönchengladbach: Ex-Spieler Marco Reus ist Führungsfigur beim BVB

Ex-Gladbacher wichtigster Spieler für den Herbstmeister : Marco Reus führt die überragende BVB-Offensive an

Der BVB-Kapitän hat in allen drei Wettbewerben in dieser Saison getroffen, eindrucksvoll sind die Werte des Ex-Borussen in der Liga und im Pokal.

Aktuell plagen Borussia Dortmund vor allem im hinteren Bereich des Spielfeldes personelle Sorgen: In Dan-Axel Zagadou (Fußprellung) fehlte schon vor dem jüngsten Spiel bei der 1:2-Niederlage in Düsseldorf ein Innenverteidiger, während der Partie verletzten sich in Manuel Akanji (Adduktorenverletzung) und Abdou Diallo (Muskelfaserriss) zwei weitere. Damit ist die Abteilung „innere Sicherheit“ nominell auf einen Akteur zusammengeschmolzen: Ömer Toprak ist der letzte gelernte Innenverteidiger des BVB. „Wir müssen sehen, wer noch Innenverteidiger spielen kann“, sagte Dortmunds Trainer Lucien Favre.

Der ehemalige Gladbacher Fußballlehrer trainierte zuletzt zwei Jahre OGC Nizza und dort auch Borussias derzeitigen Neun-Tore-Stürmer Alassane Plea. Dann ging Favre zum BVB, dort traf der 61-Jährige in diesem Sommer Mo Dahoud wieder, den die Dortmunder aus Mönchengladbach verpflichtet hatten, und natürlich Marco Reus. Der Offensivmann ist in dieser Spielzeit die absolute Führungsfigur beim BVB, ist Kapitän und mit zehn Toren und sieben Vorlagen in 16 Bundesligaspielen der beste Scorer seines Teams. Anderthalb Jahren hatten Reus und Favre zwischen 2011 und 2012 in Gladbach zusammengearbeitet, bevor der Spieler nach Dortmund ging. In diesem letzten gemeinsamen Jahr explodierte Reus’ Formkurve bereits, er schoss damals in 32 Bundesligaspielen für Borussia 18 Tore und bereitete zwölf vor.

Danach entwickelte sich Reus allerdings zum Gladbach-Schreck: In neun Spielen gegen die alten Kollegen schoss er sechs Tore und bereitete fünf weitere vor. Allein in den jüngsten fünf Borussen-Duellen, in denen die Dortmunder 21 Tore schossen, war Reus an neun Treffern beteiligt, schoss unter anderem das 1:0-Siegtor im bislang letzten Aufeinandertreffen im Februar.

Nun, da er und Favre wieder vereint sind beim BVB, scheint dem 29-Jährigen die Hand des Trainers erneut sehr gut zu tun. Als hängende Spitze oder Linksaußen hat Reus nahezu alle Spiele in dieser Saison über die komplette Dauer auf dem Platz gestanden, in der Liga gab es nur die Partien gegen Nürnberg (7:0) und Schalke (2:0), die er nicht durchspielte. In der Champions League setzte der BVB-Kapitän, der beim 3:0-Hinspielsieg gegen die AS Monaco ein Tor erzielte und eines einleitete, nur im Rückspiel gegen die Monegassen mit Oberschenkelproblemen aus, bereits für die nächste Runde qualifizierte Dortmunder siegten auch so 2:0. Dem dritten Wettbewerb, in dem der BVB in dieser Saison unterwegs ist, drückte Reus sehr eindrucksvoll seinen Stempel aus: Im DFB-Pokal erzielte er sowohl beim 2:1 nach Verlängerung bei der SpVg. Greuther Fürth als auch beim 3:2 nach Verlängerung gegen Union Berlin jeweils in der 120. Minute das Siegtor. Dabei spielte er gegen Fürth, als er den späten 1:1-Ausgleich von Axel Witsel (90.+5) vorbereitete, komplett durch, gegen Berlin war er eingewechselt worden, nutzte seine 42 Minuten Spielzeit aber höchst effektiv.

In der Bundesliga hat Reus gemeinsam mit dem besten BVB-Torschützen, Paco Alcacer, der bislang in elf Partien zwölfmal traf, 22 der 42 Tore geschossen, die den Spitzenwert der Liga bedeuten. Vorne hat Dortmund also keine Sorgen.

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