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Regionalliga West: Unwägbarkeiten bleiben dem KFC Uerdingen erhalten

Stadion, Finanzen, Vorstand : Unwägbarkeiten bleiben dem KFC Uerdingen erhalten

Die Geheimniskrämerei hat beim KFC Uerdingen Hochkonjunktur. Wie geht es weiter mit dem Thema Grotenburg? Ist der Start in der Regionalliga wirklich gesichert? Es gibt viele Unwägbarkeiten.

Der Westdeutsche Fußballverband hat die Einteilung der Regionalliga vorgenommen. Zu den 20 Vereinen, die in der vierten Liga spielen sollen, gehört auch der KFC Uerdingen. Ob der Verein auch dort spielen wird, ist aber noch nicht hundertprozentig sicher. Neben der sportlichen Qualifikation, die gegeben ist, muss jeder Verein zwei Auflagen erfüllen: Er muss ein Stadion haben und 35.000 Euro hinterlegen. Letzteres ist geschehen, die Stadionfrage ist weiter offen.

Am 5. Mai 2018 haben die Uerdinger ihr letztes Spiel in der Grotenburg bestritten. Dann wurde das marode Stadion von den Behörden aus Sicherheitsgründen für jeglichen Spielbetrieb gesperrt. Der Rat hat beschlossen, dass die Arena für rund 16 Millionen Euro saniert und drittligatauglich wird, wobei 3,3 Millionen aus Berlin kommen. Im April 2022 soll dort wieder vor Zuschauern gespielt werden können. Nach dem Rückzug des KFC aus der Dritten Liga wird nun erwogen, das Stadion für die Regionalliga so herzurichten, dass dort vor kleinerer Kulisse bereits früher der Ball rollen kann. In dieser Woche „will das Zentrale Gebäudemanagement die Arbeitsgruppe Grotenburg mit Vertretern aus Verwaltung und Politik einberufen, um über alternative Planungsoptionen von AS+P bezüglich der zeitlichen Abläufe der Sanierung zu informieren“, hat die Stadt mitgeteilt.

Dass im Stadion Grotenburg bereits Mitte August wieder gespielt werden kann, wenn der Startschuss in der Regionalliga fällt, ist ziemlich unwahrscheinlich. Als Alternative wird das Stadion in Velbert angeboten. Die Mietkosten pro Saison sollen 400.000 Euro betragen. Das wäre in etwa die gleiche Summe, die die Uerdinger zuletzt für ihre Heimspiele in Lotte berappen mussten. Das wäre eine schwere Hypothek für die klammen Uerdinger. Aber vielleicht wäre es möglich, die Grotenburg zumindest nach der Hinrunde wieder zu nutzen.

Das Thema Finanzen ist sowieso entscheidend, denn noch ist nicht einmal gesichert, wie hoch die Verbindlichkeiten des Vereins nach Abwicklung der GmbH sind. Sie sollen sich laut Westdeutsche Zeitung auf rund 800.000 Euro belaufen. Zudem müsste für die kommende Saison in der Regionalliga ein Etat von rund 1,3 Millionen Euro gestemmt werden. Ob das möglich ist, erscheint derzeit ungewiss.

Inzwischen sollen drei verschiedene Gruppen ihr Interesse bekundet haben, die Situation zu meistern und Verantwortung beim KFC zu übernehmen. Andreas Galland, Vorsitzender des Verwaltungsrates, bestätigt lediglich, dass es Gespräche gibt. Die Namen der möglichen Kandidaten werden natürlich nicht preisgegeben und somit Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht wieder jene Namen sind, die in Krefeld immer genannt werden, wenn Not am Mann ist, und am Ende doch immer wieder abtauchen, ohne ihren Hilfsangeboten auch Taten folgen zu lassen.

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Was passiert eigentlich, wenn der KFC zu der Erkenntnis gelangt, dass die Regionalliga nicht zu stemmen ist? Bis zum 30. Juni könnte er zurückziehen, dann würde er der Oberliga zugeordnet. Gelangt er am 1. Juli oder später zu der Einsicht, so steht er als Absteiger fest, nimmt ein Jahr lang nicht am Spielbetrieb teil und startet in der Saison 2022/23 in der Oberliga. „Allerdings hat der Verband theoretisch auch die Möglichkeit, ihn später in der Oberliga einzuordnen“, sagt Thomas Klinger, ein Experte in Sachen Satzung und Statuten. „Das Präsidium kann gegen die Statuten im Sinne des Sports entscheiden.“ Das sollte ihm erspart bleiben.