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KFC Uerdingen: Kandidaten-Traio startet neuen Anlauf

Neuer Vorstand : Kandidaten-Trio startet beim KFC Uerdingen zweiten Anlauf

Mitglieder des KFC Uerdingen dringen auf schnelle außerordentliche Versammlung. Ein Kandidaten-Trio stünde als neuer Vorstand bereit. Im ersten Versuch hatten sie gegen Roman Gevorkyan den Kürzeren gezogen.

Dem VfL Bochum haben seine Anhänger das Etikett „unabsteigbar“ angehängt; 1993 hat es ihn dann doch erwischt und er ist aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. Die Fans des KFC Uerdingen könnten versucht sein, ihrem Verein das Etikett „unkaputtbar“ anzuhängen. Denn alles deutet darauf hin, dass der Verein auch seine vierte Insolvenz nach 2003, 2005 und 2007 überleben wird.

So wird es am Samstag zu einem Gespräch zwischen dem Verwaltungsrat, dem Andreas Galland als Vorsitzender sowie Mustafa Ertürk und Harald Grassen angehören, und einem Kandidaten-Trio kommen, das bereit wäre, den Vorstand zu bilden. Es ist bereits der zweite Versuch dieser Gruppe, dem KFC zu helfen. Im Winter wurden sie noch abgeblockt. Damals verkaufte Investor Mikhail Ponomarev seine Anteile lieber an Roman Gevorkyan, der dann auch in den Vorstand berufen wurde. Der existiert noch immer – zumindest auf dem Papier. Ihm gehören Ponomarev, Gevorkyan und Niko Weinhart an.

Dass in Kürze ein neuer Vorstand gewählt wird, ist wahrscheinlich. Denn zahlreiche Mitglieder haben inzwischen eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragt. „Das Investorenkonstrukt ist gescheitert“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt. „Auch die Entwicklung der Jugendabteilung und die nicht gegebene Anpassung der vereinseigenen Infrastruktur an den bis dato gewesenen höheren Spielbetrieb lassen keine andere Meinung zu, als dass die entscheidenden und kontrollierenden Vereinsorgane ihrer Aufgabe nicht oder nur im geringsten Teil satzungsgemäß nachgekommen zu sein scheinen. Die Satzung des KFC Uerdingen 05 e.V. sieht vor, dass in einem solchen Fall die Mitglieder im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zu informieren sind und gegebenenfalls richtungsweisende Beschlüsse neu zu fassen haben, um den Verein nicht in Gefahr zu bringen.“ Die Versammlung soll kurzfristig, spätestens jedoch in der ersten Juli-Hälfte stattfinden. Dort soll eine Neufassung der Satzung  und die Abberufung des Vorstands beschlossen werden. Doch so viel Zeit bleibt dem KFC überhaupt nicht. Er muss in den nächsten ein, zwei Wochen wieder handlungsfähig werden, damit die Weichen für die kommende Saison gestellt werden können. Immerhin wurden die 35.000 Euro beim Westdeutschen Fußballverband hinterlegt, die notwendig sind, um die Lizenz für die Regionalliga zu erhalten.

Wer steckt hinter dem Kandidaten-Trio? Namen wurden bislang noch nicht offiziell, doch versucht im Hintergrund Ilja Ludenberg zu helfen. Der 52 Jahre alte Düsseldorfer war im Fußball in verschiedenen Positionen tätig – vom langjährigen Amateurobmann bis hin zum Stadionsprecher bei Fortuna Düsseldorf, aber auch als Sportdirektor beim SV Straelen und Turu Düsseldorf. Dass er ein absoluter Kenner der Szene ist, über unzählige Kontakte verfügt und bestens vernetzt ist, ist unstrittig.

Seine Beweggründe und sein Konzept sind eng miteinander verwoben. „Der KFC Uerdingen ist ein Traditionsverein“, sagt Ludenberg. „Er braucht einen seriösen Vorstand, der in der Lage ist, vier, fünf Leute ins Boot zu holen. Es muss zunächst einmal Aufbauarbeit geleistet werden. Dafür müssen junge, hungrige Spieler und viele kleine Sponsoren gewonnen werden. Das geht nicht von heut’ auf morgen, aber es ist möglich. Der KFC hat keine riesige, aber intakte und treue Fan-Gemeinschaft. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie diesen Weg mitgehen würde.“