Borussia Mönchengladbach: "Es gab schon größere Wunder"

Borussia Mönchengladbach : Nordtveit: "Es gab schon größere Wunder"

Zwei Spiele vor Schluss ist Borussia Rang sieben nahezu sicher. Doch Lucien Favres Team will mehr.

Da saßen sie, die Helden des Sonntags, teilweise mit blanken Oberkörpern und offensichtlich hoch zufrieden. Einige Profis von Borussia Mönchengladbach posierten in der Gästekabine der Gelsenkirchener Arena kurz nach dem 1:0-Sieg bei Schalke 04 für ein Foto, das später via Twitter in die Welt hinaus ging. Dass auch Trainer Lucien Favre auf dem Schnappschuss zu sehen ist, deutet darauf hin, dass die Stimmung ausgesprochen gelöst war nach der nahezu perfekten Qualifikation für das internationale Geschäft. Immerhin wurde mit dem Erfolg auch ein inoffizieller erster Platz gebucht: Im internen NRW-Klassement, in das die Spiele der Westklubs untereinander Eingang finden, liegen die Borussen (12 Punkte) vor Leverkusen (10), Schalke (7) und Dortmund (5).

Das indes ist eine hübsche Randerscheinung. Wichtiger ist: Zwei Spiele vor dem Ende einer Saison voller Schwankungen haben die Gladbacher das Ticket für Europa gelöst - Platz sieben ist ihnen, so nicht eine Katastrophe passiert, sicher. Doch sie wollen mehr. "Ich habe die Champions-League-Play-offs nicht abgeschrieben", versichert Mittelfeldspieler Havard Nordtveit. Nur drei Punkte ist der aktuelle Vierte Leverkusen entfernt - und der Vierte zieht in die Relegation zur Meisterliga ein. "Es gab schon größere Wunder", sagt Nordtveit. Sein Masterplan für den Rest der Saison: "Wir wollen zweimal gewinnen, dann sehen wir, wo wir stehen."

Ganz unerheblich ist der Standort im Abschlussklassement nicht, denn Europapokalplatz ist nicht gleich Europapokalplatz. "Platz sieben bedeutet zwei Quali-Runden, Platz sechs heißt Play-off, Platz fünf bringt die direkte Gruppenphase der Europa League", weiß Sportdirektor Max Eberl. Das sei genug Motivation für die ausstehenden Spiele. Dass das kickende Personal mit dem Erreichten zufrieden ist, befürchtet er nicht. "Wenn man auf Schalke gewonnen hat, muss die Motivation groß sein, in den letzten Spielen die größtmögliche Punktzahl zu erreichen", sagt Eberl.

Dass im Lauf der Saison der eine oder andere Punkt unnötig liegengelassen wurde, wissen die Gladbacher. Gerade gegen die Teams aus den untereren Tabellenregionen taten sie sich zuweilen schwer. "Gegen Top-Mannschaften haben wir mehr Räume, die Teams von unten stehen gegen uns sehr tief und kompakt, das macht es komplizierter", sagt Verteidiger Tony Jantschke.

Gegen einen der besten Fünf der Liga spielen die Borussen noch - am letzten Spieltag, wenn sie zum VfL Wolfsburg reisen. In der Autostadt könnte es ein Endspiel geben um die bestmögliche Startposition für die Europa-Reise. Vor Wolfsburg kommt aber Mainz. "Und wir bleiben dabei und schauen von Spiel zu Spiel", versichert Nordtveit. Mit einem Sieg im letzten Heimspiel wäre Borussia Rang sechs sicher. "Wir müssen die Kompaktheit vom Schalke-Spiel haben, aber mehr Chancen kreieren", weiß Nordtveit.

(RP)