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1. FC Köln taumelt weiter durch die Liga -

Köln taumelt durch die Liga : „So holst du niemals einen Punkt in der Bundesliga“

Der 1. FC Köln hat mit dem 18. Spiel nacheinander ohne Sieg seinen eigenen Negativrekord eingestellt. Beim 1:2 gegen Union Berlin waren die Mängel eklatant.

Die Liste der Mängel beim 1. FC Köln ist so lang, dass selbst Trainer Markus Gisdol keinen Zweckoptimismus mehr verbreiten wollte. "Wir müssen uns keine Illusion machen", sagte Gisdol nach dem 1:2 (1:1) gegen Union Berlin, das die Schwächen der Kölner schonungslos aufgezeigt hatte: "Es wird ein Kampf um den Klassenerhalt bleiben, und es wird mehr Misserfolge als Erfolge geben."

18 Spiele in der Bundesliga gab es nun keinen Erfolg mehr, damit hat der FC seine eigene Negativserie eingestellt, die er in seiner Vereinshistorie bereits zweimal erreicht hat. Und nun geht es am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zu Borussia Dortmund und Top-Torjäger Erling Haaland. In der aktuellen Form spricht nichts dafür, dass der auf Tabellenplatz 17 abgestürzte FC ausgerechnet beim BVB die Trendwende schafft.

Manager Horst Heldt sieht die Spieler in der Bringschuld. "Wir müssen einfach konsequenter agieren, die Leute suchen, die bereit sind, konsequenter zu handeln", sagte der Ex-Nationalspieler bei einer Medienrunde am Montag. Von Gisdol sei er nach wie vor überzeugt.

Gegen Union sorgte Köln nur bei Standards für etwas Torgefahr, aus einem Freistoß resultierte auch der einzige Treffer durch Ellyes Skhiri (36.). Ansonsten blieb der FC völlig harmlos, viel zu behäbig und fehlerhaft. Ein Konzept war nicht zu erkennen - für Gisdol, der wegen des Klassenerhalts in der Vorsaison noch Kredit besitzt, wird es immer enger.

"So holst du niemals einen Punkt in der Bundesliga", wetterte Innenverteidiger Rafael Czichos bei Sky: "Wir haben zum Schluss alles probiert, aber nach vorne sind wir wie in den letzten Wochen viel zu ungeduldig und viel zu ungenau."

Czichos selbst spielte beim 0:1 durch Taiwo Awoniyi (27.) eine entscheidende Rolle, als er den Ball nicht klärte. Und da wäre ja noch die Kölner Anfälligkeit für Elfmeter: Am Sonntag wurde der sechste Strafstoß gegen den FC gepfiffen - und das im achten Ligaspiel. Alle Elfmeter führten zu Gegentreffern, auch wenn Max Kruse diesmal zunächst an Timo Horn scheiterte und erst im Nachschuss traf (72.).

Gisdol monierte die fehlende Kommunikation und sprach explizit den verletzten Kapitän Jonas Hector an, dessen Präsenz und Lautstärke dem FC merklich fehlt. "Wir sind zu brav aktuell. Andere Mannschaften feuern sich an, wehren sich dagegen. Da muss ich meine Mannschaft in die Verantwortung bringen. Es war mir heute viel zu ruhig", sagte der 51-Jährige: "Das richtige Coaching auf dem Platz hat mir gefehlt."

All diese unterschiedlichen Mängel führen unweigerlich zu der Frage: Wo will Gisdol ansetzen? Die Zeit bis zum nächsten Spiel ist knapp, und selbst die Trainingseinheiten während der Länderspielpause haben keine Besserung gebracht.

"Wir müssen klar bleiben, sauber analysieren und dann Schritt für Schritt punkten", sagte er und führte das geringe Selbstvertrauen als Grund für die vielen Fehler an: "Da ist der erste Kontakt nicht sauber, und man trifft die falschen Entscheidungen."

Das hat dazu geführt, dass Köln bislang ganze drei Punkte gesammelt hat. Mut macht ausgerechnet die Vorsaison: Damals stand der FC nach 14 Spieltagen bei sieben Zählern, und dennoch gelang der Klassenerhalt. Nach einem Trainerwechsel zu Markus Gisdol...

(sid/old)