Familienministerin Franziska Giffey: 300 Millionen Euro mehr für Erzieher

Fachkräfteoffensive der Bundesfamilienministerin : 300 Millionen Euro mehr für Erzieher

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat in Berlin ihre Fachkräfteoffensive vorgestellt. Das zusätzliche Geld soll eine zu erwartende Personallücke bei Erziehern schließen. Sie forderte aber auch Kommunen auf, ihren eigenen Beitrag zu leisten.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) stellt 300 Millionen Euro zusätzlich für die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern bereit. Das Bundesprogramm solle dazu beitragen, die zu erwartende Personallücke zu verkleinern, sagte sie am Dienstag bei der Vorstellung ihrer Fachkräfteoffensive in Berlin. Nach aktuellen Berechnungen im Auftrag des Familienministeriums werden schon 2025 191 000 Erzieherinnen und Erzieher für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter fehlen. Im Jahr 2030 werden es Giffey zufolge knapp 200 000 sein.

Giffey forderte die Länder und Kommunen auf, ihren Beitrag zu leisten, um die Ausbildung attraktiver zu machen. Die Familienminister der Länder haben sich darauf verständigt, das Schulgeld abzuschaffen. Weiteres Ziel ist, die Ausbildung zu vergüten. Bisher ist dies die Ausnahme. Selbst in den an der Spitze liegenden Ländern Baden-Württemberg, Hamburg und Berlin erhalten nur rund ein Drittel der Fachschülerinnen und Fachschüler eine Ausbildungsvergütung. Gegenwärtig befinden sich bundesweit knapp 38 300 Fachschüler und Fachschülerinnen in einer Erzieher-Ausbildung.

Von dem Bundesprogramm sollen die beiden kommenden Ausbildungs-Jahrgänge profitieren. Der Bund fördert für insgesamt 5000 Auszubildende die Ausbildungsvergütung, im ersten Jahr zu 100 Prozent, dann absteigend. Zuschüsse gibt es außerdem für Praxisanleiterinnen in den Kitas und für Erzieher, die aufsteigen und mehr verdienen wollen. Giffey erhofft sich von dem Bundesprogramm einen Impuls für eine dauerhafte Attraktivitätssteigerung des Erzieher-Berufs. „Wir werden die Erzieher-Ausbildung konkurrenzfähig machen“, sagte die Ministerin.

(mlat/epd)
Mehr von RP ONLINE