Afghanistan: Ursula von der Leyen zu Besuch bei deutschen Soldaten

Traditioneller Weihnachtsbesuch : Ursula von der Leyen bei deutschen Truppen in Afghanistan

Es ist inzwischen eine Tradition. Vor Weihnachten erhält die Bundeswehr in Afghanistan Besuch von der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat weitere Anstrengungen zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte zugesichert. Zugleich dankte sie am Montag bei einem Weihnachtsbesuch im nordafghanischen Masar-i-Scharif den im Ausland stationierten deutschen Soldaten für ihre Arbeit. „Der Einsatz hier in Afghanistan zeigt, dass der Übergang des Friedensprozesses in afghanische Hände Geduld und Zeit braucht“, sagte die CDU-Politikerin.

Die afghanischen Sicherheitskräfte stünden für den Friedensprozess in ihrem Land und zahlten einen hohen Preis für diese Verantwortung, sagte von der Leyen. „Ich setze große Hoffnungen auf die nächsten Monate, die unter anderem durch die Präsidentschaftswahlen geprägt sind und wo es darauf ankommt, die gesamte afghanische Bevölkerung mit einzubeziehen. Wir stehen zu unserer Verantwortung und ich baue dabei auf das unveränderte professionelle Engagement der Truppe.“

Deutschland beteiligt sich an der Nato-Ausbildungsmission „Resolute Support“ in Afghanistan mit bis zu 1.300 Soldaten. Die Nato und verbündete Staaten bilden afghanische Sicherheitskräfte aus. Wegen des Wiedererstarkens der Taliban und der Expansion der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) war zuletzt der Bündniseinsatz in dem Land auf rund 16.000 Soldaten aufgestockt worden.

Die Ministerin traf im Camp Marmal, östlich von Masar-i-Scharif, die militärische Führung des deutschen Einsatzkontingents. Danach standen ein Besuch des Weihnachtsmarktes der Soldaten im Bundeswehrlager und eine Ansprache an die Soldaten auf dem Programm.

In dem von der Bundeswehr geführten Feldlager sind etwa 2.000 Soldaten aus 21 Nationen untergebracht. Auf dem Gelände befinden sich Unterkünfte, Werkstätten und logistische Unterstützungseinrichtungen, aber auch ein Krankenhaus, eine Truppenküche, Sportstätten sowie eine Kirche.

Die Nato befürchtet eine weitere Zunahme der Gewalt. „Es könnte schlimmer werden, bevor es besser wird“, hatte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Anfang Dezember nach einem Treffen der Außenminister der Nato-Staaten in Brüssel erklärt. Grund sei, dass die Konfliktparteien versucht sein könnten, ihre Ausgangslage vor möglichen Friedensverhandlungen zu verbessern.

Nach Angaben des US- und afghanischen Militärs beherrscht die afghanische Regierung nur noch wenig mehr als die Hälfte der Bezirke des Landes. Weitere rund 30 Prozent sind umkämpft. Militärkreisen zufolge kommen täglich rund 35 Polizisten und Soldaten bei Anschlägen und Gefechten ums Leben.

(özi/dpa)
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