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Nachfolge im Familienministerium: Lambrecht weist Kritik zurück

Familienministerium : Lambrecht: „Das ist selbstverständlich kein Nebenjob“

Nach dem Rücktritt von Franziska Giffey (SPD) als Familienministerin gibt es Kritik an der Nicht-Nachbesetzung des Ministeriums. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), die den Job stellvertretend übernimmt, richtet klare Worte an die Skeptiker.

In der Debatte um die Nachbesetzung des Bundesfamilienministeriums hat Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) den Schritt verteidigt. „Ich empfinde es als eine große Ehre, dass mir die Leitung des Bundesfamilienministeriums übertragen wurde. Und ich habe mir gründlich überlegt, ob ich diese zusätzliche Aufgabe bewältigen kann. Ich bin dazu bereit“, sagte Lambrecht unserer Redaktion.

Am Mittwoch hatte die bisherige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) im Zuge der Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit ihren Rücktritt erklärt. Die SPD-Spitze hatte entschieden, das Amt nicht nachzubesetzen, sondern Lambrecht die stellvertretende Leitung zu übertragen. Das hatte Kritik hervorgerufen: Hinter vorgehaltener Hand in der SPD-Fraktion, in den Oppositionsparteien und bei der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft. „Wir hätten es begrüßt, die Aufgabe an jemanden aus der Führungsspitze des Familienministeriums zu übertragen", erklärte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Durch die „Doppelbelastung“ der Justizministerin bestehe die Gefahr, dass bei für Familien wichtigen Themen „ein Vakuum entsteht und wichtige Fürsprache fehlt“.

Lambrecht wies die Kritik zurück: „Das ist selbstverständlich kein Nebenjob und auch kein Anhängsel zu meiner bisherigen Funktion. Wer mich kennt der weiß, dass ich neue Aufgaben immer mit viel Herzblut, Elan und einhundertprozentigem Einsatz übernehme“, sagte sie. „So wird es auch hier sein.  Ich will als Bundesfamilienministerin nicht verwalten, sondern gestalten. Dafür bin ich in die Politik gegangen.“ Gerade in der Corona-Pandemie bräuchten Kinder, Jugendliche und Familien eine starke Stimme. „Diesem Auftrag fühle ich mich besonders verpflichtet und ich werde mich mit Hartnäckigkeit und mit aller Kraft für ihre Bedürfnisse einsetzen“, sagte Lambrecht. „Dazu gehört, dass wir jetzt zügig das Aufholpaket für Kinder und Jugendliche umsetzen, um sie besonders zu fördern und zu unterstützen. Hierfür stehen zwei Milliarden Euro bereit“, so die Ministerin.