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TV-Kritik: Beeindruckende WDR-Redaktion

TV-Kritik : Beeindruckende WDR-Redaktion

(RP). Die Redaktionen des WDR-Fernsehens und Hörfunks hatten sich auf eine ausführliche Berichterstattung über fröhlich feiernde Menschen eingestellt – berichten mussten sie über eine der größten Katastrophen an Rhein und Ruhr. Das gelang vor allem dem Team der "Aktuellen Stunde" in beeindruckender Weise.

(RP). Die Redaktionen des WDR-Fernsehens und Hörfunks hatten sich auf eine ausführliche Berichterstattung über fröhlich feiernde Menschen eingestellt — berichten mussten sie über eine der größten Katastrophen an Rhein und Ruhr. Das gelang vor allem dem Team der "Aktuellen Stunde" in beeindruckender Weise.

Es sendete über Stunden, blieb auch am Sonntag morgen mit Livesendungen präsent. Besonders die Moderatoren Susanne Wieseler und Thomas Heyer trafen den richtigen Ton, ob im Gespräch mit geschockten Loveparade-Besuchern, bei Politiker-Interviews oder Liveschaltungen zum Krisenstab.

Thomas Heyer wies frühzeitig auf die vielen Ungereimtheiten in den Darstellungen der Duisburger Stadtspitze hin. Auch 1Live-Reporterin Sabine Heinrich lieferte im Getümmel der Katastrophe eine ruhige und sachliche Einschätzung der Lage ab und tappte so nicht in die Falle vieler TV-Reporter, als allwissend aufzutreten. Einzig der WDR-Berufsjugendliche Thomas Bug trübte das Bild. Außer seinem stetig wiederholten "Die Musik ist doch sehr laut" wusste er nicht viel zur Aufklärung beizutragen.

Angesichts der souveränen Leistung des Landesprogramms, das natürlich auch mit einer auf Großereignisse zugeschnittenen Mannschaft und Ausrüstung sofort am Ort des Geschehens war, fiel die Berichterstattung der ARD-"Tagesthemen" dramatisch ab. Moderatorin Susanne Holst irrte durch die Nachrichtenlage. Nicht viel besser das ZDF, das unverdrossen Volksmusik sendete, statt seinem Informationsauftrag nachzukommen.

Und die so genannten Nachrichtensender? N-TV bot ein Bild der Hilflosigkeit mit immergleichen Bildern, teilweise wurden gar Falschinformationen verbreitet. Merkwürdig auch die Zuschaltung eines "Internet-Reporters" aus Hamburg, der lediglich Kurznachrichten aus den Informationsdiensten Twitter und sozialen Medien wie Facebook vorlas — ohne Prüfung der Faktenlage. Über N 24 decken wir den Mantel journalistischer Nächstenliebe.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Trauer am Unglückstunnel

(RP)