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Niederlande: Doesenpfand wird 2022 eingeführt - Ende für „Dosentourismus“

Ende für „Dosentourismus“ aus NRW : Niederlande führen Ende 2022 Dosenpfand ein

Den Kofferraum noch schnell mit pfandfreien Getränkepaletten füllen und zurück nach Deutschland - damit ist bald Schluss. Auch die Niederlande führen Pfand für Dosen ein. Bis die Regelung in Kraft tritt, dauert es aber noch etwas.

Viele Menschen in NRW fahren regelmäßig über die niederländische Grenze, um sich mit Getränken einzudecken. Oder sie bringen nach dem Holland-Urlaub palettenweise Dosen mit nach Hause. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es dort auf Dosen und und kleinere Plastikflaschen keinen Pfand. Praktisch - aber bald Geschichte. Denn die niederländische Regierung hat die Einführung eines Pfands für Dosen und kleine Plastikflaschen beschlossen.

Grund dafür ist die gestiegene Anzahl an Dosenmüll im vergangenen Jahr. Wäre die Anzahl im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2016/2017 um mindestens 70 Prozent gesunken, wäre von der Einführung des Pfands abgesehen worden - so lautete die Abmachung, die die niederländische Staatssekretärin Stientje van Veldhoven mit den Herstellern vergangenes Jahr vereinbart hatte. Nun zeigten die Zahlen für 2020 aber bereits, dass die Anzahl nicht ab- sondern zugenommen habe - und zwar um 27 Prozent.

Einführung erst Ende 2022

 Van Veldhoven hat die Entscheidung über die Pfandeinführung daher vorzeitig beschlossen. Nach Willen der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments soll die neue Pfandregelung aber erst am 31. Dezember 2022 in Kraft treten, um den Herstellern genug Zeit für die Umstellung zu geben. Ziel der Maßnahme ist es, die circa zwei Milliarden Dosen, die jedes Jahr verkauft werden, zu sammeln und zu recyceln, anstatt sie in der Umwelt landen zu lassen. Rund 150 Millionen Dosen seien das laut der Staatssekretärin jedes Jahr. „Auch Tiere werden durch sie verletzt. Mit einem Dosenpfand wird dies bald der Vergangenheit angehören." Pro Dose soll ein Pfand von 15 Cent erhoben werden. Genau wie bei kleinen Plastikflaschen. Für diese war eine Pfandregelung bereits im April 2020 beschlossen worden. Sie startet am 1. Juli 2021.

Mit der Entscheidung beendet van Veldhoven eine 20 Jahre andauernde Debatte in den Niederlanden. Pfand scheine das richtige Instrument dafür zu sein, um Müll drastisch zu reduzieren, sagt van Veldhoven. Mit dieser Maßnahme schließen sich die Niederlande Ländern wie Deutschland, Finnland, Norwegen und Dänemark an.

 Pfandrückgabesysteme müssen noch eingerichtet werden

Wo und wie die Dose zukünftig abgegeben werden können, muss noch geklärt werden. Verantwortlich für die Einrichtung eines Systems sind die Hersteller und Supermärkte. Ausgenommen von der Regelung sollen aber laut van Veldhoven kleine Betriebe und Restaurants sein - sie müssen wie auch bei den kleinen Plastikflaschen kein Pfand berechnen. Die Kosten müssen stattdessen von den Dosenherstellern übernommen werden.

(ahar/lha)