Traditioneller Feuerlauf auf Mallorca Beim „Correfoc“ mit Teufeln und Feuer auf Tuchfühlung

Palma · Zehntausende Menschen haben in Palma de Mallorca wieder am sogenannten Correfoc teilgenommen, dem traditionellen Feuerlauf. Die Tradition hat heidnische und religiöse Hintergründe.

Fotos vom Correfoc​: Traditioneller Feuerlauf auf Mallorca​
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Traditioneller Feuerlauf auf Mallorca

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Foto: dpa/Clara Margais

Feuerspuckende Teufel und Dämonen, Funkenwirbel und wilde Trommler - in Palma de Mallorca hat der traditionelle Correfoc, der Feuerlauf, am Sonntagabend wieder Zehntausende angelockt. Erstmals nach zwei Jahren mit Corona-Zwangspause konnte wieder ausgelassen gefeiert werden.

Es brauchte allerdings wieder etwas Mut, sich beim Abschluss des alljährlichen Stadtfestes zu Ehren des Stadtheiligen Sant Sebastià (Heiliger Sebastian) unter die Teufel zu trauen. Denn dabei gehen die Menschen mit dem Feuer sozusagen auf Tuchfühlung. Zu Baumwollkleidung mit Kopfbedeckung, Ohrstöpseln und Brille wird dringend geraten.

Bei dem wilden Spektakel tanzen und toben die Menschen dicht gedrängt im Funkenregen, Feuerspucker pusten Flammenwolken über die Köpfe der Menschen und Trommler machen einen Höllenlärm.

Was auf den ersten Blick an deutsche Silvesterbilder erinnern mag, hat nichts damit zu tun. Böller und Raketen sind tabu und private Pyrotechnik ist streng verboten. Verletzungen gibt es selten.

Insgesamt neun Dimonis-Gruppen mit 270 Teufeln und etwa 500 Mitwirkende zogen durch die Innenstadt von Palma, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtete. Mit dabei war auch der feuerspeiende Stadtdrache „Drac de na Coca“. Mehr als 180 Kilogramm Feuerwerk-Material wird bei solchen Umzügen abgebrannt.

Beim letzten Correfoc 2020, also vor drei Jahren - vor der Corona-Pandemie - kamen rund 40 000 Zuschauer zu dem rund zweistündigen Feuerlauf.

Die Dimonis sind fester Bestandteil der winterlichen Patronatsfeste, die im Januar auf der ganzen Insel stattfinden.

Die Tradition der Feuerteufel, die es auch auf dem Festland in Katalonien und Valencia gibt, geht Historikern zufolge sowohl auf heidnische als auch auf religiöse Ursprünge zurück.

(boot/dpa)