Xanten: Die Schützen feiern ihr Oktoberfest

Xanten : Die Schützen feiern ihr Oktoberfest

Mit einer großen Parade wurde am Sonntag das Schützen-Oktoberfest eröffnet. Mehr als 3000 Schützen marschierten durch Wardt. Neuer König ist Helmut Pouwels vom Schützenverein Asperden.

"Drei bis vier Durchgänge, dann müsste es eigentlich passiert sein": Bernd Stadie, stellvertretender Brudermeister der St.-Willibrord-Schützen, lag gestern ordentlich daneben mit seiner Prognose: Es tat und tat sich nichts am Schießstand neben dem Festzelt auf der Südsee-Wiesn. Exakt 342 Schuss mit der Armbrust waren nötig, bevor sich Helmut Pouwels vom Schützenverein Asperden als neuer Oktoberfest-Schützenkönig hochleben lassen konnte.

Die weiteren Preisträger: Ralf Schütze von der St.-Anna-Schützenbruderschaft Rheinberg (1. Preis), Wolfgang Peters vom Tambourcorps Weeze (2. Preis), Franz-Josef Welles von der Lambertus-Schützenbruderschaft Appeldorn (3. Preis) und Sven Voutta vom BSV Altkalkar (4. Preis).

König Pouwels löst damit den Vorjahres-Regenten René Vermöhlen von der St. Maria-Schützenbruderschaft Achterhoek ab, der übrigens den ersten Ehrenschuss auf den Königsvogel abgeben durfte. Wiesn-Wirt Wilfried Meyer hatte als Zweiter zur Armbrust gegriffen, Kreisdirektor Ralf Behrensmeier war als Vertreter des FZX-Verwaltungsrates Dritter im Bunde der Ehren-Schützen.

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Stefan Haag (Löwenbräu), Jan Wienemann (der "Vogelbauer" der St. Willibrord-Schützen, die gemeinsam mit dem Freizeitzentrum die neunte Auflage des Schützen-Oktoberfestes ausrichtete), Wiesn-Madl Christin Topf und der Wardter Brudermeister Heinz-Josef Bühren schlossen sich an.

Helmut Pouwels vom Schützenverein Asperden ist der neue König des Schützen-Oktoberfestes. Foto: Stadie

Zwo, drei, vier, marschieren wir: Bevor es gestern Mittag losgehen konnte mit dem Ringen um die Königswürde, zu dem übrigens 68 Bruderschaften jeweils zwei Aspiranten ins Rennen geschickt hatten, wurde Wardt durch mehr als 3000 Schützen und Musiker aus dem Tiefschlaf geholt. Punkt 12 Uhr brachen sie am Landhaus zum Umzug auf, vorneweg das original "Löwenbräu-Gespann" aus München mit vier Kaltblütern.

"Meine Güte, da kommen ja noch mehr - wann ist denn da mal Schluss?", wunderte sich denn auch eine Besucherin. Zu Recht: Es dauerte, bis der Tross sein Ziel erreicht hatte; humorige "Helau"-Rufe aus dem Schützen-Zug sorgten für Schmunzeln beim Fußvolk am Straßenrand, das zwar angesichts des Regens recht spärlich, aber gut gelaunt war. Eine Rangordnung gibt es übrigens für den Umzug nicht, erklärte der stellvertretende Brudermeister Stadie; "wir gucken aber immer, dass hinter jeder vierten Gruppe ein Musikverein läuft".

Seit drei Monaten ist man bei der St.-Willibrord-Bruderschaft damit beschäftigt, das Schützen-Oktoberfest zu planen und organisieren; "bis Mitternacht haben wir noch am Freitag zusammen gesessen, um die Tischordnung im Festzelt hinzukriegen", so Stadie.

Die Armbrust gehört den Willibrord-Schützen, den Schießstand teilen sie sich mit den Schützen aus Mörmter-Ursel-Willich. Und längst nicht jeder durfte gestern versuchen, auf den Vogel zu schießen: Wer zwar angemeldet, aber auf dem Weg zum Schießstand schon durch Gang-Unsicherheiten auffiel, konnte gleich wieder abdrehen: Es gibt ein (neues) Schießgesetz, so Stadie. Und da steht ganz klar schwarz auf weiß: "Man darf nicht sichtbar betrunken sein". War übrigens auch keiner der Aspiranten, auch wenn sie sich vielleicht gerne das erste Freibier zu Gemüte geführt hätten, das jeder von der Firma Löwenbräu bekam, der mitgelaufen ist.

Dafür ließen es die vielen Menschen in schmuckem Dirndl und Lederhosen beim Feiern im gerappelt vollen Zelt gut krachen.

(RP)
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