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Wesel: Gute Tipps für ein besseres Image

Wesel : Gute Tipps für ein besseres Image

Studenten der Hochschule Niederrhein haben auf Wunsch des Stadtteilprojektes Schepersfeld Bürger nach ihren Lebensbedingungen befragt, Wünsche und Sorgen notiert. Prof. Dr. Hamm stellte die Ergebnisse der Untersuchung vor und gab Handlungsempfehlungen.

Obwohl die meisten Schepersfelder nach wie vor gerne in ihrem Stadtteil leben, beklagt die "gutbürgerliche Mittelschicht", dass sich in den vergangenen Jahren einiges zum Nachteil verändert hat. Desinteresse ausländischer Familien an gelebter Integration, Verschlechterung des Images, fehlende Treffpunkte und Wünsche nach einer Verbesserung des Wohnumfeldes: Das sind, kurz zusammengefasst, die Ergebnisse einer nicht repräsentativen Befragung, die vor einigen Monaten in Schepersfeld von Studierenden der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, durchgeführt wurde (RP berichtete ausführlich). Auftraggeber der Bestandsaufnahme waren das Stadtteilprojekt Schepersfeld (Moderator: Neithard Kuhrke) und die Weseler Demografische Gesellschaft. Projektleiter Prof. Dr. Rüdiger Hamm präsentierte Donnerstagabend in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) die Projektergebnisse und gab Empfehlungen zur langfristigen Verbesserung der Lebensbedingungen in dem Stadtteil. Die RP stellt die wichtigsten Handlungsempfehlungen vor:

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Integration Der Zusammenhalt innerhalb des Stadtteils kann nur verbessert werden, wenn das Interesse sozial schwacher Bewohner (z.B. an der Tiergartenstraße) an ihrer eigenen Integration gestärkt wird. Das Integrationsdesinteresse hat seine Ursachen zum Teil in Sprachbarrieren, zum Teil in fehlender Kommunikationsbereitschaft. Sprachkurse auf der einen und auf der anderen Seite Maßnahmen, mit denen man die "Kommunikationsblockade" abbauen kann, sind nötig. Ansonsten droht eine Ghettoisierung ("Enklave Tiergartenstraße").

Image Viele Schepersfelder sind überzeugt, dass ihr Stadtteil im übrigen Stadtgebiet ein schlechtes Image hat. Folge: Junge Familien möchten nicht nach Schepersfeld ziehen. Sollte sich bei einer Befragung im übrigen Stadtgebiet die Vermutung als Fakt herausstellen, müsste offensiv an einer Imageverbesserung gearbeitet werden. Stärken des Stadtteils (gute Gesundheitversorgung, Schule und Kitas) könnten Ansatzpunkte für ein "Stadtteilmarketing" sein – ein langwieriger Prozess, der allen Beteiligten Geduld abverlangt.

Treffpunkte Es besteht ein dringender Bedarf an Kommunikations-Treffpunkten – auch zur Verbesserung der Integration. Nötig wäre eine Art (mobiles) "Stadtteilcafé", eine Mischung aus Gastronomie, Integrationsförderung und sozialer Arbeit. Es sollte dazu beitragen das "Wir-Gefühl" zu stärken. Als Betreiber würde sich ein gastronomisch interessierter Sozialarbeiter eigenen, der auch von der Stadt subventioniert werden müsste. Denn aus rein marktwirtschaftlicher Sichtweise wird ein solches Café nicht rentabel arbeiten.

Sauberkeit Bei der Befragung von Bürgern und Multiplikatoren wurde mehrfach der Wunsch nach mehr Sauberkeit und Verbesserung des äußeren Eindrucks geäußert. Die Gestaltung von Parks und Grünflächen, gemeinsame Maßnahmen zur Reinigung des Stadtteils oder auch Aktivitäten in Absprache mit Hauseigentümern zur Gestaltung von Fassaden oder Garagen sind denkbare Beispiele dafür.

Netzwerk enger knüpfen

Im Rahmen eines Expertengespräches herrschte übrigens Einigkeit darüber, dass in Schepersfeld die Netzwerkstrukturen verbessert werden müssen. Dies könne, so heißt es in dem Fazit der Projektarbeit, durch ein Thema erreicht werden, das besonders viele Bürger interessiert. Erfolgversprechend könnte es sein, an der Quadenweg-Grundschule ein Projekt zu starten, um den Anteil der Schüler zu steigern, die später auf Real- und Gesamtschule oder Gymnasien wechseln. Dazu könnten spezielle Förderkurse und (kostenlose) Hausaufgabenhilfen beitragen. Optimal wäre es, wenn engagierte Bürger – zum Beispiel pensionierte Lehrer – ehrenamtlich Aufgaben in diesem Projekt übernehmen würden.

(RP)