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TZN in Kempen: Start-up Hoodty fördert lokalen Handel und soziale Initiativen

Wirtschaftsförderung in Kempen : Lokal einkaufen und gleichzeitig spenden

Das TZN im Kempen unterstützt ein neues Start-up: Hoodty arbeitet mit lokalem und sozialem Ansatz. Es möchte den Einzelhändlern und Dienstleistern eine einfache Möglichkeit für eine Online-Präsenz bieten und den Endnutzern eine Übersicht geben.

Atakan Özel (22) und Dennis Kapitanov (24) aus Nettetal nennen ihr Unternehmen, das sie Anfang des Jahres gegründet haben, „Hoodty“ und bezeichnen es als „Die Digitalisierungsrevolution für Dienstleister und Einzelhändler“. Bei der Gründung unterstützt wurden sie entscheidend vom Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein (TZN) in Kempen, das ihnen zu einem für die Gründungsphase so wichtigen Gründerstipendium verhalf, und der Dozentin Janet Antonissen vom Fontys-Campus Kempen. Beide waren bis zum Sommer vergangenen Jahres noch Studenten der Fontys-Hochschule in Venlo. Im TZN können sie schon jetzt einen Büroraum nutzen. Kempens Bürgermeister Christoph Dellmans, der seit vielen Jahren einen guten Kontakt zum TZN pflegt, versprach Gründern aus dem TZN mit pfiffigen, kreativen Ideen zudem, ihnen von der Stadt ein Ladenlokal zur Verfügung zu stellen.

Was die Neugründer von anderen unterscheidet, macht Dennis Kapitanov deutlich: „Wir verfolgen einen lokalen und einen sozialen Ansatz. Wir möchten den Einzelhändlern und Dienstleistern vor Ort eine einfache und günstige Möglichkeit für eine eigene Online-Präsenz bieten und den Endnutzern eine Übersicht über lokale Dienstleister und Einzelhändler anbieten. Und unser sozialer Ansatz: Bei jeder Buchung und bei jedem Einkauf kann der Kunde einen Betrag aufrunden und an eine gemeinnützige Organisation spenden, die er sich selbst aussuchen kann.“

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Die Corona-Pandemie hat den Hang zu immer mehr Online-Einkäufen bei den Großen der Branche weiter verstärkt, was am Ende zu dem befürchteten Veröden der Innenstädte führen würde, wenn die Entwicklung so weitergeht. Gab es bundesweit im Jahre 2002 noch 416.000 Einzelhändler sank deren Zahl bis 2020 auf lediglich noch rund 300.000.

Die beiden Existenzgründer haben inzwischen bereits eine Riesendatenbank aufgebaut und viel eigenes Geld investiert, um das Angebot von „Hoodty“ attraktiv zu machen. Ihre Applikation ist für die Endnutzer völlig kostenlos, die Einzelhändler und Dienstleister zahlen bei erfolgter Buchung eine Service-Pauschale, die die Gründer aber bewusst gering halten wollen, um möglichst viele Unternehmen zu gewinnen.

In den nächsten Mai-Tagen startet eine erste Testphase bei Unternehmen aus Nettetal, im Juni soll eine Einführung der fertigen Applikation erfolgen und im Juli das Team voraussichtlich vergrößert werden. Die beiden Gründer haben mit ihrem Freund Lennard Arand (20) bereits einen ersten Mitarbeiter für ihr neues Unternehmen gefunden, der für die technische Seite der Entwicklung der Applikationen zuständig ist, die gesamte IT-Struktur herstellt und Teilhaber ist. Ihr Businessplan sieht vor, bis zum Ende dieses Jahres rund 500 Unternehmen und etwa 10.000 Endnutzer zu haben.