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Fußball: Kurzer Traum vor Rekordkulisse

Fußball : Kurzer Traum vor Rekordkulisse

Bezirksligist Hamminkelner SV verliert den Pokal-Hit gegen Regionalligist Rot-Weiß Essen im Weseler Auestadion vor 2000 Zuschauern mit 0:4. Der Außenseiter gerät dabei schon nach 80 Sekunden in Rückstand. Das Duell auf den Rängen gewinnen die HSV-Anhänger dagegen um Längen.

Wesel/Hamminkeln Walter Kinder hüpfte ausgelassen über die Tartanbahn. "Ich könnte die ganze Welt umarmen", sagte der Obmann des Hamminkelner SV mit Blick auf die imposante Kulisse im Weseler Auestadion. "Das ist der größte Tag in der Geschichte des Vereins", stellte Vorsitzender Gottfried Bückmann nicht ganz so euphorisch, aber trotzdem glücklich fest. Derweil sorgten die Hamminkelner Fans mit lauten Gesängen dafür, dass der krasse Außenseiter gestern Abend beim Pokal-Hit wenigstens ein Duell gewann – das auf den Rängen. Auf dem Platz gab's für den Fußball-Bezirksligisten vor der Rekordkulisse von 2000 Zuschauern mit dem 0:4 (0:3) gegen den vier Klassen höher spielenden Regionalligisten Rot-Weiß Essen in der zweiten Runde des Niederrhein-Pokals die erwartete Niederlage. Die fiel aber nicht so schmerzhaft aus, wie viele es erwartet hatten.

RWE-Fans müssen Autos waschen

"Das war eine prickelnde Atmosphäre", meinte Christoph Ziegler, Torhüter des Hamminkelner SV, für den es einen persönlichen Erfolg in der Partie gegeben hatte. Denn er erreichte sein Ziel, weniger als fünf Gegentreffer gegen den übermächtigen Gegner zu kassieren. Der 22-Jährige gewann damit die Wette, die er im Fan-Forum von RW Essen abgeschlossen hatte. Fünf Fans von RWE werden demnächst in Hamminkeln für einen guten Zweck Autos waschen. Das haben sie Ziegler, der mit seinen Teamkollegen nach dem Abpfiff von den Hamminkelner Anhängern gefeiert wurde, gestern vor der Partie noch einmal in die Hand versprochen.

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Es war nicht nur für Christoph Ziegler, für den es seit Wochen kein anderes Thema gab als den Pokal-Hit gegen RWE, ein großer Tag. Halb Hamminkeln war auf den Beinen, um bei den größten 90 Minuten in der Geschichte des Clubs dabei zu sein. Die HSV-Fans sorgten von Beginn an für prima Stimmung und siegten im Gesangs-Duell auf der Tribüne um Längen gegen die Schlachtenbummler des Deutschen Meisters von 1955. "Essen, wir hören nichts" spottete der Anhang des Hamminkelner SV früh.

Er ließ sich die Stimmung auch nicht dadurch vermiesen, dass der klitzekleine Traum von einer Überraschung schnell platzte und es nie richtig spannend auf dem Rasen war. Denn bereits nach 80 Sekunden traf ein, was der krasse Außenseiter unbedingt vermeiden wollte. Dem Regionalligisten gelang durch Dirk Caspers das Führungstor.

Nur zwei Schüsse aufs Essener Tor

Dass die Partie relativ einseitig war, lag auch daran, dass der HSV zu viel Respekt vor dem Gegner hatte. Er schoss nur zwei Mal aufs RWE-Tor, wobei Raik Wittig in der 90. Minute die große Chance zum Ehrentreffer vergab. Der Gast wurde nicht richtig gefordert, machte aber auch zu wenig aus seinen gefühlten 85 Prozent Ballbesitz. Christoph Ziegler wurde nur noch von Mike Wunderlich (28.), Sascha Mölders (34.) und Sebastian Finke (66.) bezwungen. Der Keeper war deshalb wie die Hamminkelner Fans trotz der Niederlage ein Sieger am großen Tag des HSV. rp-online.de/wesel

(RP)