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Wermelskirchen: Ferdinand Ziegler im Alter von 94 Jahren verstorben

Nachruf : Ferdinand Ziegler im Alter von 94 Jahren verstorben

Nach kurzer, aber schwerer Krankheit verstarb Oberstudiendirektor i.R. Ferdinand Ziegler, ehemaliger Leiter des Berufskollegs, im Alter von 94 Jahren. Viele Schüler und Kollegen schulden ihm größten Respekt und Dank.

Das Fontane-Wort „In Freiheit dienen“ wurde dem 1926 im Sudetenland geborenen Ferdinand Ziegler zum Lebensmotto. Die Zwangsteilnahme am Zweiten Weltkrieg und die anschließende Gefangenschaft in Frankreich ließen ihn schon als jungen Mann den kollektiven Zwang autoritärer Systeme schmerzhaft und dauerhaft am eigenen Leib erfahren. So konnte er erst nach erneutem Ablegen der Reifeprüfung Anfang der 1950er Jahre in Würzburg studieren, wo er als doppelt diplomierter Wirtschaftswissenschaftler und Pädagoge auch sein privates Glück fand. Das Lehrer-Ehepaar Irmgard und Ferdinand Ziegler wechselte danach vom Studienseminar Bottrop an die Kaufmännischen Schulen in Remscheid, in die Stadt, wo die Familie bis heute wohnte.

Den Autor mathematischer Lehrbücher und Herausgeber kaufmännischer Nachschlagewerke führte die berufliche Laufbahn 1968 an das Berufskolleg Bergisch Land in Wermelskirchen, dessen Leitung er 1979 übernahm. Unter seiner Ägide entstanden neue Schulformen, die zur Aufnahme eines Studiums berechtigen, und die der heimischen Wirtschaft immer noch einen engagierten Mitarbeiterkreis sichern. Den Neubau des Berufsschulgebäudes an der Kattwinkelstraße konnte der kommunikationsfreudige Ziegler dank seiner guten Kontakte in die Kommunal- und Landespolitik Anfang der 1980er Jahre durchsetzen und hochzufrieden die besseren

Arbeitsbedingungen seiner Lehrerteams beobachten.

Die Vielzahl seiner Verantwortungen für junge Menschen auch in gesellschaftlich unruhigen Zeiten der 70er Jahre folgte stets seiner Selbstverpflichtung, gegen jede Form ideologischer Unfreiheit einzustehen: Dienen in Freiheit blieb Ausdruck seines pädagogischen Wirkens. Lehrer Ziegler arbeitete sich im (Un-)ruhestand in alle Feinheiten der Computertechnik ein und war schon bald nicht nur seinen Enkeln, sondern auch ehemaligen Kollegen ein gesuchter und geschätzter Diskussionspartner sowie Ratgeber in IT-Fragen – Langeweile kannte er bis zum Schluss nie.