Wermelskirchen: "Christmas Jazz" längst eine Institution

Wermelskirchen: "Christmas Jazz" längst eine Institution

25. Konzert mit den "Les Searle's Meisterswingers" begeisterte wieder einmal die Zuhörer. In dem zweistündigen Konzert sprang der Funke der guten Laune schnell aufs Publikum über. Es gab Szenenapplaus und am Ende viel Beifall.

Les Searle ist als Mensch eher bescheiden. Deshalb mag er seinen "Christmas Jazz" selber nicht gerne als Institution im dicht bestückten, vorweihnachtlichen Veranstaltungskalender von Wermelskirchen bezeichnen. Für die Besucher ist das jährliche "Christmas Jazz"-Konzert definitiv eine feste Größe, viele kommen immer wieder. Im Foyer des Bürgerzentrums erlebte "Christmas Jazz" von "Les Searle's Meisterswingers" die inzwischen 25. Auflage in Wermelskirchen - einige Tage zuvor traten die Musiker mit ihrem Programm bereits in Leichlingen auf. "Wenn es denn dann quasi eine Institution geworden ist, freue ich mich", sage Les Searle mit einem Lächeln auf den Lippen.

Nicht vom Glühwein beschwipst, sondern vom Swing beschwingt. So lässt sich die typische, musikalische Handschrift von Les Searle und seinen Mitstreitern beschreiben. Nicht etwa schwermütig oder tragend, sondern voller Spiel- und Lebensfreude zelebrierten die Musiker ihr zweistündiges Konzert. Dieser Funke der guten Laune sprang auf das Publikum, das mit knapp 80 Personen fast jeden vorhandenen Sitzplatz besetzte, über. Die Zuhörer geizten nicht mit Szenenapplaus und Beifall. Im Rhythmus wippende Füße und nickende Köpfe zeugten untrüglich davon, dass die Gäste, von dem, was sie da hörten, angetan waren. In der Konzertpause lobte Besucherin Helga Broichhaus den Gitarristen Johannes Behr: "Der ist beeindruckend toll." Behr überzeugte auch Thomas Behle, der selbst als Rockmusiker in die Saiten greift, und für die "Meisterswingers" die Tontechnik stellte: "Da wird einem glatt schwindelig, wie schnell der spielt und dabei so sauber die Töne trifft." Les Searle sah seinen "Tonmann" durchaus mit Humor, wie er zu Konzertbeginn verriet: "Thomas ist ja Rockmusiker. Ich bin mal gespannt, ob seine Anlage unsere eher leisen Töne verkraftet." Für das "Christmas Jazz"-Konzert hatten Paul Ulrich (Kontrabass, Gesang), Johannes Behr (Gitarre), Marcel Wasserfuhr (Schlagzeug), Les Searle (Klavier) und Alexandra Naumann (Gesang) ein Programm mit einem Drittel Weihnachtsliedern und zwei Dritteln neue Arrangements von Jazzstücken zusammengestellt. "Unsere Stammbesucher wissen, dass wir dieses Verhältnis so gestalten", erläuterte Les Searle: "Wir können nicht ausschließlich Weihnachtslieder spielen, weil es nur eine begrenzte Zahl gibt, die wir guten Gewissens zum Swingen bringen können."

Dabei achten die "Meisterswingers" darauf, dass sich Wiederholungen von Stücken nur alle fünf oder sechs Jahre ergeben - so bleiben die Konzerte spannend und überraschend. Das Konzept funktioniert, denn Zuhörer reisten sogar aus Mülheim an der Ruhr und von der Mosel an. Mit "Auf", einem Kirchenweihnachtslied, starteten die "Meisterswingers" in das Konzert. Bei "The Christmas Song" übernahm Bassist Paul Ulrich den Gesang - dieses weltweit bekannte Lied bezeichnete Les Searle "als die schönste Weihnachtsmelodie überhaupt". Bei einer schnellen Version von "Love me or leave me" wurde es "weltlich". Sängerin Alexandra Naumann dazu: "Das Lied habe ich vor Urzeiten kennengelernt, jetzt hat mich meine 17-jährige Tochter wieder drauf gebracht. Ich finde es unglaublich klasse, wie manche Musik Generationen überlebt."

(RP)