Wermelskirchen: Fünf Transferstühle für Gehbehinderte

Wermelskirchen: Fünf Transferstühle für Gehbehinderte

Firma Provita entwickelte den Spezialstuhl "SAM", der Bewegung im öffentlichen Raum erleichtert.

Eine barrierefreie Innenstadt ist der Wunsch vieler. Um diesem Ziel näher zu kommen, organisierte die SHG Schlaganfall Transferstühle für verschiedene öffentliche Gebäude in der Innenstadt. Die Stühle, kurz SAM genannt (sit and move), der Wermelskirchener Firma Provita sollen älteren Menschen sowie Gehbehinderten und deren Angehörigen die alltägliche Bewegung im öffentlichen Raum erleichtern. Untergebracht wurden sie im Rathaus, der Sparkasse, dem Haus der Begegnung und am Krankenhaus in den Gruppenräumen der SHG. Dort können sie nun ausgeliehen und bewegt werden. Am Montag übergab die SHG die Stühle an die verschiedenen Stellen.

So sieht der Transferstuhl SAM der Firma Provita aus. Foto: J.Schumacher

"Inklusion besteht aus vielen kleinen Bausteinen", sagte Bürgermeister Rainer Bleek bei der Übergabe. "Es sind oft die kleinen Erleichterungen wie diese, die das Leben für Behinderte leichter machen." Dem stimmte auch Brigitte Hallenberg, Vorsitzende der SHG Schlaganfall, zu. Die Stühle seien optimal für die Beförderung eines Gehbehinderten vom Auto ins Gebäude und innerhalb des Gebäudes geeignet. "Für den Behinderten oder die Betreuung stellt es eine enorme Erleichterung dar, den Rollstuhl oder Rollator nicht selber im Auto mitbringen zu müssen", sagte Hallenberg. Sie initiierte und organisierte das Projekt im Namen der SHG Schlaganfall.

Die Idee zum Projekt entwickelte sich, als die Firma Provita bei der Jubiläumsfeier der SHG Schlaganfall einige Stühle zum Testen bereitstellte. "Die Begeisterung über die einfache Beförderung war so groß, dass wir sofort gehandelt haben", sagte Hallenberg. Sie stimmte sich mit dem Bürgermeister ab und organisierte die Finanzierung der Stühle im Wert von etwa 6700 Euro. Das Geld für diese stellte die Stadtsparkasse und die Krankenkasse Ikk Classic zur Verfügung.

In NRW gehöre Wermelskirchen zu den einzigen Städten, die solche Stühle im öffentlichen Raum anbringen. Dabei müsse es aber nicht bleiben. "Bei Leuten von außerhalb stieß das Projekt auf viel Begeisterung", berichtete Hallenberg. Auch in Wermelskirchen soll es nicht bei fünf Stühlen bleiben. "Ob wir das Projekt ausweiten, kommt jedoch darauf an, wie gut die Stühle von der Bevölkerung angenommen werden", sagte Hallenberg. Ziel sei, die Stühle für den ganzen Innenstadtbereich zur Verfügung zu stellen.

(RP)