SZB Wegberg erhält Gütesiegel

„Bewegende Altenpflegeeinrichtung“ : SZB Wegberg erhält Gütesiegel

Der Dienstagvormittag ist bei Magdalena Smeets verplant. Dann trifft sich die 95-Jährige zum Strampeln.

Das „Strampeln“ macht Magdalena Smeets großen Spaß – trotz ihres hohen Alters und obwohl sie im Rollstuhl sitzt. BAP – die drei Buchstaben stehen für Bewegende Altenpflegeeinrichtung und Pflegedienste – ist ein Modellprojekt des Landessportbund NRW. Das Seniorenzentrum Wegberg und der TuS Oberbruch sind seit März 2018 Partner in diesem Projekt und haben jetzt das Gütesiegel „Anerkannter Projektpartner Bewegende Alteneinrichtung und Pflegedienste“ vom Landessportbund erhalten.

Zur Trainingsgruppe um Magdalena Smeets gehören noch rund 20 weitere Senioreninnen. Fitness- und Rehasport-Trainerin Ulrike Peters vom TuS Oberbruch begeistert die Gruppe wöchentlich mit ihrem Bewegungsprogramm. „Angesprochen wird der ganze Körper, speziell gefördert werden kognitive und motorische Fähigkeiten“, erklärt Diana Lennertz, Leitung Sozialtherapeutischer Dienst SZB Wegberg. Aufgrund der Teilnahme erlangen die Bewohner eine höhere Selbstständigkeit. Beispielsweise gelingt es ihnen wieder, sich ohne Hilfe an- oder auszuziehen. Zudem stehen Sturzprävention, soziale Teilhabe und Lebensfreude im Mittelpunkt, wenn Ulrike Peters die Senioren im SZB Wegberg besucht. Damit ist das Training adäquat an die Fähigkeiten und Einschränkungen der Teilnehmer angepasst und bestärkt sie darin, die ihnen noch zur Verfügung stehenden Fähigkeiten zu nutzen.

Mathias Vonderbank, seit Oktober 2019 BAP-Beauftragter des Landessportbund NRW, hat das Gütesiegel im Kreis Heinsberg neben dem SZB Wegberg noch an zwei weitere Einrichtungen verliehen: das Seniorenzentrum Breberen, ebenfalls ein Haus der Heinrichs Gruppe, und das evangelische Altenzentrum Hückelhoven.

Gefördert wird das BAP-Projekt vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und den Landesverbänden der Pflegekassen. „Aktuell arbeiten wir an einem BAP 2.0“, berichtet Mathias Vonderbank. „Wir wollen die Kooperation zwischen den Sportvereinen, Alteneinrichtungen und auch ambulanten Pflegediensten deutlich intensivieren. Unser Ziel ist es, 150 neue Kooperationen zu schließen.“ Schlüsselfaktor bleibt, Bewegung als elementarer Bestandteil in der stationären und ambulanten Pflege zu etablieren. Was im SZB Wegberg mit dem Dienstagvormittag gelungen ist.

(RP)
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