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Wegberger Haushalt 2018 schließt mit einem Plus, doch viele Investitionen sind notwendig

Investitionsstau in der Mühlenstadt : Bauinvestitionen auf 2020 verschoben

Das Haushaltsjahr 2018 schließt mit einem Plus von 670.000 Euro, doch die Verschuldung wird wieder steigen. Die Stadt Wegberg plant Investitionen nicht nur für Bauprojekte. Zudem soll die Grundsteuer B angehoben werden.

Auf den ersten Blick sieht der Jahresabschluss 2018 der Stadt Wegberg erfreulich aus. Bürgermeister Michael Stock informierte den Stadtrat bei seiner Sitzung im Rathaus über die abschließenden Zahlen des Haushaltsplans 2018, der unterm Strich mit einem Plus von rund 670.000 Euro abschließt. Ursprünglich war die Verwaltung von einem Minus von rund 1,8 Millionen Euro ausgegangen und konnte jetzt eine Verbesserung von fast 2,5 Millionen Euro verbuchen. Der Überschuss wird, falls der Rechnungsprüfungsausschuss nach seiner Kontrolle die Zahlen bestätigt und der Rat in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 17. Dezember, zustimmt, der Ausgleichsrücklage zugeführt. Sie würde dadurch auf rund 1,9 Millionen Euro wachsen.

Erfreulich sei auch, dass sich der Schuldenstand der Stadt im Laufe des Jahres 2018 von rund 46,3 Millionen Euro auf rund 42,8 Millionen Euro reduzierte. „Damit konnte die Stadt die Zinsaufwendungen um weitere rund 200.000 Euro verringern“, erläuterte Stock. „Dieses grundsätzlich erfreuliche Ergebnis bedeutet, dass wir noch nicht ‚über den Berg sind‘.“ Was sich so positiv anhört, ist nämlich, wie Stock nach der Sitzung im Gespräch einräumte, die Folge ausgebliebener Investitionen im Jahr 2018.

Die Stadt hat weniger Geld investiert, als nach der Planung vorgesehen war, mithin auch weniger Kredite aufgenommen und durch die geringeren Ausgaben bei gleichbleibenden Einnahmen den „Gewinn“ gemacht. Die Kehrseite: Aufgeschobene Investitionen sind nicht aufgehobene Investitionen. „Wir werden in den kommenden Jahren die große Herausforderung haben, weiter und in höherem Maße wie bisher in unsere Infrastruktur zu investieren“, sagte Stock und überließ es Kämmerin Sonja Kühlen, die Zahlen und Visionen zu nennen, die Folge des Investitionsstaus sind. Allein in die Kanalisation muss Wegberg in den nächsten Jahren rund 15 Millionen Euro stecken. Baumaßnahmen im Hochbau und bei den Straßen werden zwangsläufig dazu führen, dass die Schulden der Stadt bald wieder ansteigen werden.

Zum Großteil macht Stock die Politik verantwortlich für die erfreulichen, aber zugleich dadurch schlechten Zahlen. „Sperrvermerke haben verhindert, dass wir das Investitionsvolumen abrufen konnten“, sagte der Bürgermeister. Die Mehrausgaben für die baulichen Investitionen würden 2020 dazu führen, dass der Etat bei einem Volumen von rund 63 Millionen Euro mindestens ein Minus von 3,3 Millionen Euro aufweisen werde, meinte die Kämmerin, die es knapp auf den Punkt brachte: In der Vergangenheit wurde zu wenig investiert, in der Zukunft stehen große Bauprojekte an. Dazu gehören unter anderem der Neubau der Feuerwache, Erweiterungen am Gymnasium und die Sanierung der Turnhalle in Beeck. Außerdem werden Planungskosten für die Entwicklung neuer Baugebiete am Innenring, in Uevekoven, Dalheim und für das Gewerbegebiet in Rath-Anhoven fällig. „Wir würden gerne noch viel mehr machen, insbesondere bei den Instandhaltungsaufwendungen“, meinte Stock. Aber das werde aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht alles möglich sein.

Die finanzielle Lage der Stadt Wegberg wird nicht ohne Auswirkungen auf die Steuerlast der Bürger bleiben. Unvermeidlich wird es wohl sein, die Grundsteuer B anzuheben. Die Kämmerin brachte die Steigerung von jetzt 460 auf 551 Prozent ins Spiel, was insbesondere Hausbesitzer nicht erfreuen dürfte. Die Anhebung der Steuer für 2021, und nicht schon für das Wahljahr 2020, sei mit der Politik schon im vergangenen Jahr vereinbart worden, ergänzte Michael Stock.