Wegberger Realschüler besuchen KZ-Gedenkstätte Dachau

Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Verfolgung und Terror : Realschüler besuchen KZ-Gedenkstätte

Während ihrer einwöchigen Abschlussfahrt nach München besuchen Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Realschule Wegberg das ehemalige Konzentrationslager in Dachau.

(RP) Einen Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus erhielt die Klasse 10c der Städtischen Edith-Stein-Realschule Wegberg während ihrer Abschlussfahrt. Unter Leitung von Klassenlehrer Christian Beitel besuchten die Schüler während ihres einwöchigen Aufenthaltes in München die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau. „Gerade vor dem Hintergrund der Ereignisse mit dem antisemitischen Anschlag in Halle ist es wichtig, dass sich die Jugendlichen mit den Themen Diskriminierung, Verfolgung und Terror auseinandersetzen“, sagte Christian Beitel.

Der Besuch wurde im Deutschunterricht thematisch bei der Analyse politischer Reden vorbereitet. Unter anderem hielten die Schüler Referate zu Reden von Hitler und Goebbels. Dabei wurde als Thema die Manipulation durch Propaganda besprochen. Einem besonderen Beispiel hierfür begegneten die Jugendlichen am Eingangstor des Konzentrationslagers Dachau: Dort befindet sich der bekannte zynische Spruch „Arbeit macht frei“.

Trotz strömenden Regens tauchten die Schüler bei einer rund dreistündigen Führung tief in Geschichte und Alltag des Lagers ein. Sie besichtigten neben dem Appellplatz unter anderem die Häftlingsbaracken, die Räume, in denen auch Folter und Menschenversuche stattfanden, sowie das Krematorium und das Museum. Besonders erschrocken zeigten sich die Jugendlichen über die Enge und hygienischen Bedingungen in den Schlafbaracken – auch 70 Jahre nach Ende des Lagers ist der damalige Terror noch spürbar.

In Dachau bei München entstand bereits 1933 das erste Konzentrationslager. Bis 1945 waren dort über 200.000 Männer inhaftiert, mindestens 41.000 Menschen starben. Die ersten Häftlinge in Dachau waren politische Gegner des NS-Regimes: Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, teilweise auch liberale und konservative Politiker. Später folgten unter anderem Juden, Zeugen Jehovas, Sinti und Roma sowie Homosexuelle.

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